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Haartransplantation  - FBM Dr. Hayati Akbaş

30.03.2019 11.07.2026 Prof. Dr. Hayati AKBAŞ 17 Min. Lesezeit
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Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Autor
Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Plastik, Rekonstrüktif ve Estetik Cerrahi Uzmanı

Prof. Dr. Hayati AKBAŞ hat viele wissenschaftliche Studien, Artikel in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, und viele wissenschaftliche Studien werden auf na...

Zwischen dem Moment, in dem man im Spiegel zum ersten Mal einen zurückweichenden Haaransatz bemerkt, und dem Moment, in dem man sich ernsthaft fragt, ob eine Haartransplantation infrage kommt, vergehen meist Jahre. In dieser Zeit bleibt kaum ein Shampoo, kein Vitaminpräparat und keine pflanzliche Kur unversucht. Die Informationen, auf die man im Internet stößt, widersprechen sich dabei häufig: Manche Quelle beschreibt den Eingriff wie einen unkomplizierten Nachmittagstermin, eine andere schildert die Enttäuschung, wichtige Details erst hinterher erfahren zu haben.

Die Wirklichkeit liegt dazwischen. Die Haartransplantation ist heute ein chirurgischer Eingriff mit klar definierter Technik, dessen Ergebnisse in der wissenschaftlichen Literatur seit Langem dokumentiert sind. Sie ist jedoch keine Lösung, die sich bei jedem Menschen, unter allen Bedingungen und in einer einzigen Sitzung anwenden lässt. Nach Daten der US-amerikanischen National Library of Medicine (NLM) ist mehr als die Hälfte der Männer über 50 deutlich vom androgenetischen Haarausfall betroffen. Es handelt sich also um eine Frage, die Millionen Menschen teilen, deren Antwort aber von Fall zu Fall verschieden ausfällt.

Auf dieser Seite gehen wir die Haartransplantation in der Reihenfolge durch, in der ein Patient die Fragen stellen würde: Was ist ein Graft, warum ist das Spenderareal so entscheidend, worin unterscheiden sich FUE und DHI tatsächlich, weshalb kommt es zum Shock Loss und wie plant man heute schon die Situation in zehn Jahren? Unser Ziel ist nicht, Ihre Entscheidung zu beschleunigen, sondern dafür zu sorgen, dass Sie mit den richtigen Fragen ins Sprechzimmer gehen.

Fue Yöntemi ile Saç Ekimi

Was ist eine Haartransplantation?

Bei einer Haartransplantation werden Haarwurzeln aus einer Region, in der ausfallresistente Follikel dicht vorkommen (dem Spenderareal), entnommen und in den Bereich verpflanzt, in dem das Haar ausgedünnt oder ganz gelichtet ist (dem Empfängerareal). Neues Haar wird dabei nicht „erzeugt“; das eigene Haar der Person wird in eine Zone verlagert, die als dauerhaft verloren galt. Der Erfolg des Eingriffs hängt deshalb maßgeblich vom vorhandenen Material ab – also von der Qualität des Spenderareals und einer durchdachten Planung.

Der Graft: kein Haar, sondern eine follikuläre Einheit

Das am häufigsten missverstandene Konzept rund um die Haartransplantation ist der Graft. Ein Graft ist nicht ein einzelnes Haar, sondern eine kleine Gewebeeinheit, die ein bis vier Haarwurzeln (Follikel) enthält. Ein aus dem Hinterkopf entnommener Graft trägt im Schnitt zwei bis zweieinhalb Haare. Wenn also von „4.000 Grafts“ die Rede ist, sind damit grob 8.000 bis 10.000 einzelne Haare gemeint.

Diese Unterscheidung hilft, die scheinbar verhandelbaren Graft-Zahlen richtig zu lesen. Die Zahl allein sagt nichts über die Qualität aus: 3.000 Grafts, die im richtigen Winkel, mit der richtigen Dichte und entlang einer stimmigen Linie gesetzt werden, können optisch ein besseres Ergebnis liefern als 4.500 planlos verteilte Grafts. Hinzu kommt, dass die Zahl der in einer Sitzung entnehmbaren Grafts eine biologische Obergrenze hat; das Spenderareal zu überfordern, kann später zu einer schwer korrigierbaren Ausdünnung führen.

Das Spenderareal: das eigentliche Kapital des Eingriffs

Die Haarwurzeln im Nackenbereich zwischen den beiden Ohren sind genetisch weitgehend unempfindlich gegenüber dem Hormon DHT, das den androgenetischen Haarausfall auslöst. Genau auf dieser Widerstandsfähigkeit beruht das Prinzip der Haartransplantation: Die Wurzel behält auch am neuen Ort die genetischen Eigenschaften ihrer Herkunftsregion bei.

Das Spenderareal ist keine unerschöpfliche Ressource. Die Menge an Grafts, die bei einem durchschnittlichen Patienten lebenslang sicher genutzt werden kann, ist begrenzt. Einen Teil dieser Reserve heute einzusetzen und einen Teil für mögliche spätere Sitzungen zurückzuhalten, ist deshalb eine kluge Strategie. Reicht der Nackenbereich nicht aus, kann je nach ärztlicher Beurteilung Unterstützung aus dem Bartbereich oder von der Brust gewonnen werden. Da Körperhaare sich jedoch in Dicke, Wachstumszyklus und Winkel vom Kopfhaar unterscheiden, werden sie in der Regel nicht in der vorderen Linie, sondern zur Volumenunterstützung in den mittleren und hinteren Zonen eingesetzt.

Wer ist geeignet, wer nicht?

Der erste Schritt zur Entscheidung ist nicht die Frage nach der Technik, sondern die Frage: Bin ich überhaupt ein geeigneter Kandidat? Die Eignung bemisst sich nicht an einem einzelnen Kriterium, sondern an mehreren Faktoren zugleich – Typ und Stadium des Haarausfalls, Kapazität des Spenderareals, Alter, allgemeiner Gesundheitszustand und der Realismus der Erwartungen.

Das Profil eines guten Kandidaten sieht typischerweise so aus:

  • Personen mit androgenetischem Haarausfall, dessen Fortschreiten weitgehend zum Stillstand gekommen oder medikamentös kontrolliert ist
  • Personen mit einem dichten, gesunden Spenderareal
  • Menschen mit umschriebenem Haarverlust durch Verbrennungs-, Operations- oder Verletzungsnarben
  • Personen mit angeboren hohem Haaransatz und stabilem Ausfallmuster, die eine Korrektur wünschen

In manchen Situationen wird der Eingriff dagegen aufgeschoben oder gar nicht empfohlen. Bei jungen Patienten mit aktivem Haarausfall kann eine Transplantation binnen weniger Jahre unnatürlich wirken, weil der fortschreitende Ausfall das Umfeld des transplantierten Bereichs freilegt. Bei immunbedingten Formen wie dem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) können auch die gesetzten Wurzeln angegriffen werden, solange die Erkrankung aktiv ist – hier muss zunächst die Grunderkrankung unter Kontrolle sein. Ein unkontrollierter Diabetes und Erkrankungen, die die Wundheilung stören, die Einnahme nicht pausierbarer Blutverdünner, Blutungs- und Gerinnungsstörungen, eine aktive Schuppenflechte oder ein Ekzem an der Kopfhaut, eine laufende Chemo- oder Strahlentherapie sowie eine ausgeprägte Neigung zu Keloiden (übermäßigem Narbengewebe) gehören zu den Konstellationen, bei denen der Arzt den Eingriff verschiebt oder nicht für sinnvoll hält. Bei diffusem Haarausfall, bei dem auch das Spenderareal großflächig ausgedünnt ist, findet sich zudem oft kein tragfähiges Wurzelmaterial, weshalb eine Transplantation meist nicht die richtige Wahl ist; hier steht die medikamentöse Behandlung im Vordergrund.

Auch das sollte klar gesagt werden: Die Haartransplantation ist nicht die einzige Behandlung des Haarausfalls. Medikamentöse Therapien wie Finasterid und Minoxidil, deren Wirksamkeit in wissenschaftlichen Studien belegt ist, sowie ergänzende Verfahren sind Werkzeuge, die das Gesamtbild sowohl vor als auch nach der Transplantation abrunden. Welche Kombination zu Ihnen passt, lässt sich erst nach einer Untersuchung entscheiden.

Untersuchung und Planung: Die halbe Miete entscheidet sich am Planungstisch

Eine gute Beratung zur Haartransplantation kann nicht in einer zehnminütigen Fotobeurteilung bestehen. Zur Untersuchung gehören typischerweise folgende Schritte:

Typ und Stadium des Haarausfalls werden bestimmt. Mithilfe der Norwood-Hamilton-Skala bei Männern und der Ludwig-Skala bei Frauen wird eingeschätzt, in welchem Stadium sich der Ausfall befindet und wohin er fortschreiten könnte. Die Kopfhaut wird per Dermatoskop untersucht; der Anteil verdünnter (miniaturisierter) Haare, die tatsächliche Dichte im Spenderareal und die Gesundheit der Kopfhaut werden beurteilt.

Bei Bedarf werden Blutwerte angefordert. Ein Mangel an Eisen, Ferritin, Schilddrüsenhormonen, Vitamin D oder B12 kann den Haarausfall beschleunigen; eine Planung ohne deren Korrektur bleibt lückenhaft. Zur Sicherheit des Eingriffs gehören außerdem Gerinnungsparameter und Screenings auf Infektionskrankheiten zur Routine vor der Operation.

Der Haaransatz wird gemeinsam gestaltet. Die vordere Haarlinie ist eine ästhetische Entscheidung im Millimeterbereich: Sie wird an den Gesichtsproportionen, der Bewegung der Stirnmuskulatur, dem Alter und dem künftigen Ausfallszenario ausgerichtet. Einem 25-Jährigen die Linie eines 18-Jährigen zu zeichnen, legt den Grundstein für ein Bild, das in 20 Jahren nicht mehr natürlich wirkt. Ein gutes Design orientiert sich nicht am heutigen Foto, sondern soll auch zu Ihnen mit 60 Jahren passen.

Das Graft-Budget wird kalkuliert. Wie viele Grafts welchem Bereich zugeordnet werden, wie viel der Spenderreserve zum Einsatz kommt und ob eine zweite Sitzung wahrscheinlich ist, klärt sich in dieser Phase. Da der Scheitelbereich (Vertex) eine große Fläche einnimmt und sein Ausfall sich über viele Jahre hinziehen kann, ist es eine häufig gewählte Strategie, die begrenzte Reserve zunächst für den vorderen und mittleren Bereich einzusetzen.

Technische Optionen: FUE, DHI und FUT

Über die Namen der Techniken wird viel gesprochen, doch eine wichtige Tatsache wird oft übergangen: Bei allen modernen Verfahren müssen die Art der Graft-Entnahme aus dem Spenderareal und die Art der Platzierung im Empfängerbereich getrennt betrachtet werden. FUE ist eine Entnahmemethode; DHI ist im Kern eine Platzierungsmethode. Beide sind weniger Konkurrenten als vielmehr Entscheidungen zu verschiedenen Phasen desselben Prozesses.

FUE (Follicular Unit Extraction)

Bei der FUE werden die Grafts mit einem Mikromotor, dessen Spitze zylindrische Hohlnadeln (Punches) von 0,7 bis 0,9 mm Durchmesser trägt, einzeln aus dem Spenderareal entnommen. Es gibt keine Schnitte und keine Naht; an jeder Entnahmestelle bleiben punktförmige Male zurück, die nach der Heilung bei den meisten Patienten nur bei sehr kurz geschnittenem Haar erkennbar sind. Die Aussage „es bleiben keine Narben“ ist nicht zutreffend; korrekt ist, dass sichtbare Narben nicht zu erwarten sind.

Die entnommenen Grafts werden in einer speziellen Lösung aufbewahrt. Anschließend werden im Empfängerbereich mit Saphir- oder Stahlklingen Kanäle eröffnet, und die Grafts werden mit einer Pinzette in diese Kanäle eingesetzt. Das Eröffnen der Kanäle bestimmt Austrittswinkel und Richtung des Haares und zählt damit zu den entscheidendsten Schritten für ein natürliches Ergebnis.

Bei der klassischen FUE muss das Spenderareal und häufig der ganze Kopf rasiert werden. Dass sich in einer Sitzung hohe Graft-Zahlen erreichen lassen, ist ein praktischer Vorteil, der die FUE bei großflächigen Lichtungen hervorhebt.

DHI (Direct Hair Implantation / Choi-Pen-Technik)

Bei der DHI werden die Grafts ebenfalls per FUE mit dem Mikromotor entnommen; der Unterschied liegt in der Platzierung. Es werden keine Kanäle vorbereitet. Der Graft wird in einen stiftförmigen Implanter mit feiner Nadelspitze (den Choi-Pen) geladen, und Kanaleröffnung und Platzierung erfolgen in einem einzigen Handgriff.

Die praktischen Folgen dieses Vorgehens sind: Die Zeit, die der Graft außerhalb des Körpers verbringt, kann sich verkürzen; da Kanal und Graft in der Größe exakt übereinstimmen, ist eine dichte Setzung möglich; und es lässt sich zwischen bestehende Haare implantieren, ohne diese so stark zu gefährden. Deshalb wird die DHI besonders zum Verdichten ausgedünnter, aber nicht völlig gelichteter Bereiche und bei gewünschter rasurfreier Implantation bevorzugt. Dass bei Frauen bereichsweise ohne vollständige Rasur gearbeitet werden kann, ist ein weiterer Grund, der für die DHI spricht.

Die Kehrseite: Die DHI kommt pro Sitzung meist mit einer geringeren Graft-Zahl voran, die Eingriffsdauer kann länger sein und die Methode reagiert empfindlich auf die Erfahrung des Teams. Bei sehr großflächigen Lichtungen lässt sich mit der DHI nicht immer in einer Sitzung eine ausreichende Deckung erzielen.

FUT: Warum sie heute selten gewählt wird

Die FUT (Follicular Unit Transplantation) ist das ältere Verfahren, bei dem ein Streifen Kopfhaut aus dem Nackenbereich chirurgisch entnommen und unter dem Mikroskop in Grafts aufgeteilt wird. Sie liefert auf einmal eine große Zahl an Grafts, hinterlässt jedoch eine lineare Narbe zwischen den beiden Ohren, und der Heilungsverlauf ist länger. Eine Naht ist erforderlich. Da heute FUE und ihre Weiterentwicklungen zum Standard geworden sind, kommt die FUT nur noch in besonderen Fällen infrage.

Vergleichstabelle

Merkmal FUE DHI FUT
Graft-Entnahme Einzeln mit Mikromotor Einzeln mit Mikromotor (wie FUE) Chirurgische Streifenentnahme
Platzierung Erst Kanal eröffnen, dann Graft einsetzen Kanaleröffnung und Platzierung mit dem Choi-Pen in einem Schritt Einsetzen nach Kanaleröffnung
Spendernarben Punktförmig, bei den meisten Patienten nicht auffällig Wie FUE Lineare Narbe
Rasur erforderlich Meist der ganze Kopf Meist nur das Spenderareal; rasurfreie Option möglich Nur der Streifenbereich
Grafts pro Sitzung Hoch Mittel Hoch
Typisches geeignetes Szenario Großflächige Lichtungen, hoher Graft-Bedarf Verdichtung ausgedünnter Zonen, rasurfreie Implantation, Patientinnen Besondere Fälle
Eingriffsdauer 6–8 Stunden 7–10 Stunden (je nach Graft-Zahl) 4–6 Stunden
Naht Nein Nein Ja

Die Zeiten und Zahlen in der Tabelle sind Durchschnittsbereiche; sie hängen von der Haarstruktur der Person, der Ausdehnung der Lichtung und der Arbeitsweise des Teams ab. Welche Technik zu Ihnen passt, ergibt sich nicht aus einer Wunschliste, sondern aus den Untersuchungsbefunden.

Wie verläuft der Tag des Eingriffs?

Die Haartransplantation ist ein medizinischer Eingriff, der in einer für Anästhesiesicherheit und Sterilität ausgestatteten Einrichtung unter ärztlicher Verantwortung durchgeführt werden sollte. Ein durchschnittlicher Tag verläuft etwa so:

Am Morgen beginnt es mit der Fotodokumentation und einer letzten Kontrolle der Zeichnung. Der Haaransatz wird im Spiegel gemeinsam ein letztes Mal überprüft; das ist der Moment Ihres letzten Wortes – äußern Sie Ihre Meinung ohne Zurückhaltung. Anschließend wird das Spenderareal rasiert und die örtliche Betäubung gesetzt. Die Betäubungsspritzen sind der am unangenehmsten empfundene Teil des Eingriffs; sie dauern wenige Minuten, danach ist der Bereich taub. In vielen Zentren stehen auch nadelfreie Druckbetäubung oder sedierungsgestützte Komfortprotokolle zur Verfügung. Von „völliger Schmerzfreiheit“ kann keine Rede sein; die meisten Patienten erinnern den Tag jedoch weniger wegen der Schmerzen als wegen seiner Länge.

Die Entnahme der Grafts dauert zwei bis vier Stunden. Sie liegen in Bauch- oder Seitenlage; wenn Sie möchten, können Sie Musik hören oder schlafen. Zur Mittagszeit gibt es eine Essenspause. Danach wird der Empfängerbereich betäubt, und je nach Technik folgt die Phase der Kanaleröffnung und Platzierung oder der Implantation mit dem Implanter. Die Gesamtdauer schwankt je nach Graft-Zahl zwischen sechs und zehn Stunden.

Am Ende des Tages wird das Spenderareal verbunden; der Empfängerbereich bleibt offen. Die einzunehmenden Medikamente (Antibiotikum, Abschwellungsmittel, Schmerzmittel), die Schlafposition für die erste Nacht und der Termin zur Haarwäsche werden Ihnen schriftlich erläutert. Sie kehren am selben Tag nach Hause zurück; es wird empfohlen, nicht selbst zu fahren und eine Begleitperson mitzunehmen.

Heilungskalender Woche für Woche

Der Heilungsverlauf ist von Patient zu Patient verschieden; der folgende Kalender gibt den durchschnittlichen Verlauf wieder, wie er bei den meisten Patienten zu beobachten ist.

Die ersten drei Nächte: Sie sollten den Kopf in 30 bis 45 Grad erhöhter Position auf dem Rücken liegend halten; ein Nackenkissen erleichtert dies in dieser Phase. Um das Ödem, das bis in die Stirn absinken kann, zu verringern, werden regelmäßige Kühlung (auf die Stirn, ohne das Transplantationsareal zu berühren) und reichliches Trinken empfohlen. Der Transplantationsbereich wird keinesfalls berührt.

Tag 3 bis 4: Die erste Haarwäsche erfolgt im Zentrum durch das Team, und Ihnen wird eine spezielle Schaum-Lotion-Technik gezeigt. Das Ödem an Stirn und Augenpartie wird in diesen Tagen deutlich und klingt dann ab; um die Augen kann eine Blaufärbung auftreten, die binnen einer Woche verblasst.

1. Woche: Die Zeit der Krustenbildung. Auf jedem Graft bilden sich kleine rot-braune Krusten; mit täglichen sanften Waschungen fallen sie zwischen dem 7. und 10. Tag ab. Juckreiz ist möglich; statt zu kratzen, verwenden Sie die von Ihrem Arzt empfohlene Lotion oder ein Spray. Die Rückkehr zur Bürotätigkeit ist meist ab dem 3. bis 5. Tag möglich; bei körperlich anstrengender Arbeit verlängert sich diese Zeit.

2. bis 8. Woche: Shock Loss. Der Großteil der transplantierten Haare fällt in dieser Zeit aus. Das bedeutet nicht, dass der Eingriff gescheitert ist – im Gegenteil, es ist der erwartete Teil des Prozesses. Der Follikel, dessen Versorgung während der Transplantation vorübergehend unterbrochen wurde, tritt in die Ruhephase (Telogen) ein und stößt den bestehenden Haarschaft ab. Die Wurzel bleibt unter der Haut vital und startet einen neuen Wachstumszyklus. Der Shock Loss zeigt sich manchmal auch an den vorhandenen schwachen Haaren rund um das Transplantationsareal; auch ein wesentlicher Teil davon wird binnen Monaten zurückgewonnen. Diese Wochen sind psychologisch der schwerste Abschnitt – das im Voraus zu wissen bewahrt Sie davor, bei jedem Blick in den Spiegel in Panik zu geraten.

3. bis 4. Monat: Die neuen Haare beginnen als dünne, farblose Härchen zu sprießen. Das Wachstum verläuft nicht gleichzeitig; ein Bereich kann früher austreiben als ein anderer, das ist normal.

6. Monat: Rund die Hälfte bis zwei Drittel des erwarteten Ergebnisses werden sichtbar. Die Haare verdicken sich weiter und nehmen Farbe an.

12. bis 18. Monat: Die Phase, in der sich das Ergebnis festigt. Da der Scheitelbereich langsamer reagiert als der vordere Bereich, kann sich die Beurteilung dort bis zum 18. Monat hinziehen. Die endgültige Dichte variiert je nach Haardicke, Anwuchsrate der Grafts und Gewebeeigenschaften der Person.

Praktische Zeiten für die Rückkehr in den Alltag

  • Mütze: Eine nicht drückende, verstellbare Mütze kann meist ab dem 7. bis 10. Tag getragen werden; für einen Motorradhelm sind drei bis vier Wochen abzuwarten.
  • Leichte Spaziergänge: Ab der 1. Woche uneingeschränkt möglich.
  • Krafttraining, Laufen, schweißtreibender Sport: Da Schwitzen das Infektionsrisiko erhöht, wird meist drei bis vier Wochen gewartet.
  • Meer und Schwimmbad: Wegen Salz- und Chlorwasser sowie Sonnenkontakt warten die meisten Ärzte vier bis sechs Wochen; für das Schwimmbad wird die Wartezeit wegen des Chlors am oberen Rand angesetzt.
  • Direkte Sonne: Im ersten Monat wird das Sonnenbaden gemieden; danach wird bei längerer Exposition über zwei bis drei Monate eine Mütze empfohlen.
  • Sauna, Dampfbad, Hamam: Mindestens vier bis sechs Wochen.
  • Haarfärbung: Meist nicht vor vier bis sechs Monaten empfohlen.
  • Rauchen und Alkohol: Rauchen kann die Gewebeversorgung stören und die Anwuchsrate der Grafts beeinträchtigen; vor und nach dem Eingriff wird ein Verzicht von mindestens ein bis zwei Wochen empfohlen. Alkohol wird während der Medikamenteneinnahme und in der ersten Woche nicht empfohlen.

Risiken und Komplikationen

Die Haartransplantation ist ein unter örtlicher Betäubung durchgeführter Eingriff, dessen Komplikationsrate in der Literatur als niedrig beschrieben wird; dennoch gibt es keinen chirurgischen Eingriff ganz ohne Risiko, und wir raten Ihnen, nicht zu entscheiden, ohne diesen Abschnitt gelesen zu haben.

Häufige und meist von selbst abklingende Zustände: Ödeme an Stirn und Augenpartie, leichtes Ziehen, Juckreiz, Krustenbildung sowie ein vorübergehendes vermindertes Gefühl oder Taubheit im Spender- und Transplantationsbereich, das Wochen bis Monate anhalten kann.

Seltenere Probleme: Follikulitis (Entzündung der Haarwurzel; sie zeigt sich als kleine pickelartige Erhebungen und bildet sich meist mit einfacher Behandlung zurück), Infektion, Blutung, verzögerte Wundheilung und in seltenen Fällen bleibende Empfindungsveränderungen. Eine sehr seltene, aber ernste Komplikation ist die Hautnekrose im Transplantationsbereich infolge einer gestörten Gewebeversorgung; Rauchen und unkontrollierte chronische Erkrankungen erhöhen dieses Risiko.

Daneben gibt es Risiken, die nicht „medizinisch“ sind, die Patientenzufriedenheit aber am stärksten beeinflussen: eine geringer als erwartete Dichte, eine wegen individueller Gewebeeigenschaften niedrig ausfallende Anwuchsrate, in falschem Winkel gesetzte und unnatürlich wirkende Haare, ein zu tief oder asymmetrisch gezeichneter Haaransatz sowie eine sichtbare Ausdünnung durch Überbeanspruchung des Spenderareals. Das Gegenmittel gegen diese Gruppe von Risiken ist nicht die Technologie, sondern die richtige Patientenauswahl, eine realistische Planung und ein erfahrenes Team.

Bemerken Sie nach dem Eingriff Fieber, zunehmende Schmerzen, ausgedehnte Rötung oder Ausfluss, sollten Sie ohne zu warten Ihr Zentrum anrufen. Eine frühe Vorstellung ermöglicht es, die meisten Komplikationen mit einfacheren Mitteln zu behandeln.

Dauerhaftigkeit und langfristige Planung

Da die aus dem Nackenbereich entnommenen Wurzeln gegenüber dem Hormon DHT unempfindlich sind, ist zu erwarten, dass die transplantierten Haare über viele Jahre erhalten bleiben. Dennoch sind zwei Punkte zu trennen.

Erstens: Die Lebensdauer der transplantierten Wurzeln und die Zukunft Ihrer vorhandenen Haare sind nicht dasselbe. Der androgenetische Haarausfall ist ein fortschreitender Prozess; während der transplantierte Bereich erhalten bleibt, können die natürlichen Haare in seiner Umgebung weiter ausfallen. Das kann nach einigen Jahren zu dem unerwünschten Bild führen, das man als „Inselbildung“ bezeichnet. Deshalb wird bei vielen Patienten nach der Transplantation empfohlen, die vorhandenen Haare mit medikamentösen Therapien wie Finasterid oder Minoxidil oder mit unterstützenden Verfahren zu erhalten; die Entscheidung über die Behandlung und deren Kontrolle obliegt dem Arzt.

Zweitens: Die Haartransplantation ist möglicherweise kein einmaliger Eingriff. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Norwood-Stadium oder ausgedehnten Scheitellichtungen wird eine zweite Sitzung von vornherein in die Planung einbezogen. Zwischen den Sitzungen wird meist zehn bis zwölf Monate gewartet, damit sich das Spenderareal erholt und das erste Ergebnis klarer wird. Ein guter Langzeitplan zielt nicht darauf ab, die heutige Lichtung zu schließen, sondern die Spenderreserve so aufzuteilen, dass auch das mögliche Bild in 10 bis 15 Jahren mitbedacht ist.

Dieselben Transplantationsprinzipien lassen sich auch auf andere Bereiche des Gesichts anwenden: Sie sind an die in diesem Leitfaden beschriebene FUE/DHI-Logik mit anderen Dichte- und Winkelberechnungen angepasste Varianten.

Häufig gestellte Fragen zu Haartransplantation  - FBM Dr. Hayati Akbaş

Ein unkontrollierter Diabetes, Blutungs- und Gerinnungsstörungen, die Einnahme nicht pausierbarer Blutverdünner, ein aktiver kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata), eine aktive Schuppenflechte oder ein Ekzem an der Kopfhaut, eine laufende Chemo- oder Strahlentherapie sowie eine ausgeprägte Keloidneigung können den Eingriff verhindern oder verschieben. Auch bei diffusem Haarausfall mit ausgedünntem Spenderareal ist eine Transplantation oft nicht geeignet. Die endgültige Entscheidung trifft der Arzt nach Untersuchung und den erforderlichen Tests.
Bei beiden Techniken werden die Grafts mit dem Mikromotor einzeln entnommen. Der Unterschied liegt in der Platzierung: Bei der FUE werden zuerst die Kanäle eröffnet und die Grafts danach eingesetzt; bei der DHI erfolgen Kanaleröffnung und Platzierung mit einem Implanter, dem sogenannten Choi-Pen, in einem Handgriff. Die DHI ist beim Verdichten ausgedünnter Zonen und bei rasurfreier Implantation im Vorteil; die FUE erleichtert es, bei großflächigen Lichtungen in einer Sitzung höhere Graft-Zahlen zu erreichen.
Bei Frauen wird zunächst die Ursache des Haarausfalls abgeklärt; ohne den Ausschluss von Eisenmangel, Schilddrüsenproblemen und hormonellen Ursachen wird keine Transplantation geplant. Bei geeigneten Kandidatinnen wird meist mit der DHI-Technik gearbeitet, wobei nur ein kleines Fenster im Spenderareal rasiert wird, das die darüberliegenden Haare verdecken können; eine Rasur des gesamten Kopfes ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Leichte Spaziergänge sind ab der 1. Woche möglich, schweißtreibender Sport und Krafttraining werden meist nach drei bis vier Wochen freigegeben. Für Meer und Schwimmbad sind vier bis sechs Wochen abzuwarten, für bewusstes Sonnenbaden mindestens ein Monat; in den ersten Monaten schützt eine Mütze im Freien das Transplantationsareal. Die Zeiten kann Ihr Arzt an Ihr Heilungstempo anpassen.
Für den Erfolg der Technik hat die Jahreszeit keinen nachgewiesenen Einfluss; eine Haartransplantation ist zu jeder Zeit des Jahres möglich. Praktisch bevorzugen viele Patienten Herbst und Winter, weil die Einschränkungen bei Meer, Schwimmbad und Sonne den Alltag im Sommer stärker beeinträchtigen. Der richtige Zeitpunkt ist der, an dem Sie die zwei- bis dreiwöchigen sozialen und körperlichen Einschränkungen am entspanntesten bewältigen können.
Für die transplantierten Wurzeln ist das nicht zwingend; diese Medikamente können jedoch den Ausfall Ihrer vorhandenen natürlichen Haare verlangsamen und so langfristig zu einem stimmigen Gesamtbild beitragen. Besonders bei jungen Patienten mit noch aktivem Haarausfall werden sie häufig empfohlen. Beide Medikamente haben ein Nebenwirkungsprofil; die Entscheidung zum Beginn und die Kontrolle sollten unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Eine feste Altersuntergrenze gibt es nicht, doch die meisten Ärzte sind vor dem 24. bis 25. Lebensjahr zurückhaltend, weil das Ausfallmuster noch nicht gefestigt ist. In jungen Jahren gesetzte aggressive Haaransätze können durch den fortschreitenden Ausfall über die Jahre unnatürlich wirken. Bei jungen Patienten ist es ein häufig gewählter Weg, den Ausfall zunächst medikamentös zu kontrollieren und die Transplantation auf den richtigen Zeitpunkt zu verschieben.
Der Shock Loss tritt meist zwischen der 2. und 8. Woche auf; der Großteil der transplantierten Haare fällt aus, die Wurzeln bleiben aber unter der Haut vital. Neue Haare beginnen ab dem 3. bis 4. Monat zu sprießen. Es ist ein erwarteter Teil des Prozesses und für sich allein kein Zeichen des Scheiterns.
Die erste deutliche Veränderung bemerkt man im 6. Monat; das endgültige Ergebnis kann sich im vorderen Bereich bis zum 12. Monat, im Scheitelbereich bis zum 18. Monat hinziehen. Dichte und Verdickung nehmen über diese Zeit schrittweise zu.
Da die aus dem Nacken stammenden Wurzeln ausfallresistent sind, ist zu erwarten, dass sie über viele Jahre erhalten bleiben; der Ausfall der umgebenden natürlichen Haare kann jedoch weitergehen. Bei Patienten mit fortschreitendem Ausfall oder ausgedehnter Lichtung kann eine zweite Sitzung geplant werden; zwischen zwei Sitzungen wird meist zehn bis zwölf Monate gewartet.
Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt; während der Betäubungsspritzen spürt man einige Minuten lang ein Brennen und Ziehen, danach treten bei den meisten Patienten keine nennenswerten Schmerzen auf. In manchen Zentren lässt sich auch diese Phase mit Sedierung oder nadelfreier Vorbetäubung komfortabel gestalten. Das Ziehen in den ersten Tagen nach dem Eingriff ist bei den meisten Patienten mit einfachen Schmerzmitteln gut zu beherrschen.
Bürobeschäftigte können meist ab dem 3. bis 5. Tag zurückkehren; wegen der Krustenbildung ist die Sichtbarkeit für die ersten zehn Tage gegeben. Bei körperlicher Anstrengung, staubigen Umgebungen oder Arbeiten, die Helm oder Kopfschutz erfordern, kann die Rückkehr zwei bis vier Wochen dauern. Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Diagnose oder Behandlungsentscheidung. Ihre Eignung für eine Haartransplantation, die Wahl der Technik und die Planung des Ablaufs lassen sich erst nach einer ärztlichen Untersuchung festlegen. Quelle: US-amerikanische National Library of Medicine (MedlinePlus) – Androgenetische Alopezie; Daten zur Häufigkeit des androgenetischen Haarausfalls bei Männern über 50.

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