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Kinnkorrektur

30.03.2019 11.07.2026 Prof. Dr. Hayati AKBAŞ 16 Min. Lesezeit
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Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Autor
Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Plastik, Rekonstrüktif ve Estetik Cerrahi Uzmanı

Prof. Dr. Hayati AKBAŞ hat viele wissenschaftliche Studien, Artikel in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, und viele wissenschaftliche Studien werden auf na...

Das eigene Gesicht nicht im Spiegel, sondern im Profil zu sehen – auf einem seitlich aufgenommenen Foto – ist für viele Menschen ein kleiner Überraschungsmoment. Und gerade in dieser Seitenansicht bestimmt das Kinn den Gesamteindruck oft stärker als gedacht. Ein zurückliegendes Kinn lässt den Übergang zwischen Hals und Gesicht verschwimmen, flacht die Partie unter der Unterlippe ab und kann – so unzusammenhängend das zunächst klingt – die Nase größer wirken lassen, als sie tatsächlich ist. Manche bemerken das über Jahre nicht; andere verstehen irgendwann, warum sie den Kopf beim Selfie stets ein wenig nach vorn schieben.

Kinnkorrektur ist der Sammelbegriff für Eingriffe, die dieses Gleichgewicht wiederherstellen sollen. Dahinter steht jedoch keine einzelne Operation, sondern eine ganze Bandbreite recht unterschiedlicher Verfahren: vom Filler, der vorübergehend Volumen schafft, über das dauerhaft eingesetzte Kinnimplantat bis hin zur Chirurgie, bei der der körpereigene Knochen nach vorn verlagert wird. Welches Verfahren für Sie infrage kommt, hängt davon ab, wie weit Ihr Kinn zurückliegt, wie Ihre Zähne aufeinandertreffen und was genau Sie verändern möchten.

Auf dieser Seite schildern wir den Ablauf von Anfang bis Ende – aus Patientensicht, aber mit ärztlicher Genauigkeit: Worin unterscheiden sich die Formung der Kinnspitze und die Kieferchirurgie, wo hilft ein Filler und wo stößt er an Grenzen, bleibt ein Implantat ein Leben lang, wie viele Wochen dauert die Heilung. Keine dieser Informationen ersetzt eine Untersuchung; welcher Weg zu Ihnen passt, klärt sich erst im persönlichen Gespräch.

Çene Estetiği

Kinnkorrektur – was ist das? Häufig verwechselte Begriffe im Klartext

Der häufigste Denkfehler besteht darin, drei sehr verschiedene Eingriffe unter einem Dach zu sehen. Sie sauber auseinanderzuhalten, ist die Voraussetzung dafür, überhaupt die richtige Frage zu stellen.

Formung der Kinnspitze (Genioplastik / Mentoplastik): Hier geht es darum, die Kinnspitze – also den vordersten, „vorspringenden“ Bereich des Unterkiefers – nach vorn zu bringen, zurückzunehmen, zu verkleinern oder ihre Symmetrie zu korrigieren. Der Zahnschluss und die Kaufunktion bleiben dabei unangetastet; im Fokus stehen allein die äußere Kinnkontur und das Profilgleichgewicht. Genau darum geht es auf dieser Seite.

Orthognathe Chirurgie: Ein umfassenderer Eingriff, bei dem Ober- und Unterkiefer als Ganzes neu positioniert werden und auch eine Fehlstellung des Bisses (Malokklusion) korrigiert wird. Sie ist deutlich größer als die reine Formung der Kinnspitze und wird meist gemeinsam mit einer kieferorthopädischen Behandlung (Zahnspange) geplant. Bei Patienten, deren Kinn zurückliegt und deren Zähne zugleich nicht sauber aufeinandertreffen, ist die Lösung häufig nicht die Kinnspitze allein, sondern dieser Ansatz. Näheres finden Sie auf der zugehörigen Seite.

Kinnfiller: Ein nicht-chirurgisches Verfahren, bei dem der Kinnspitze mit Hyaluronsäure vorübergehend Volumen und Projektion verliehen wird. Er wird per Injektion eingebracht und ist nicht dauerhaft.

Kurz gesagt: Wenn von „Kinnkorrektur“ die Rede ist, meinen die meisten Menschen die Korrektur der Kinnspitze im Profil. Wenn Ihre Zähne gut aufeinandertreffen und das Problem allein darin besteht, dass die Kinnspitze zurückliegt oder unscharf wirkt, liegt die Lösung in den hier beschriebenen Verfahren. Kommt eine Bissfehlstellung hinzu, verschiebt sich die Beurteilung in eine andere Richtung.

Für wen eignet sich eine Kinnkorrektur – und für wen nicht?

Was gute Kandidaten verbindet, ist die Passung zwischen ihrem Anliegen und dem richtigen Verfahren. Nicht jeder Eingriff passt zu jedem.

Die Formung der Kinnspitze kommt in der Regel in folgenden Situationen zur Sprache:

  • Menschen mit im Profil zurückliegender Kinnspitze (Retrogenie) und unscharfem Übergang zwischen Gesicht und Hals
  • Patienten mit zu stark ausgeprägter, nach vorn oder unten betonter Kinnspitze, die das Gesicht länger erscheinen lässt
  • Menschen mit leichter Schiefstellung oder Asymmetrie der Kinnspitze
  • Wer das Profilgleichgewicht gemeinsam mit einer Nasenkorrektur als Ganzes verbessern möchte (Profiloplastik)

In anderen Fällen wird der Eingriff entweder verschoben oder ein ganz anderer Weg empfohlen:

  • Bei gestörtem Zahnschluss: Die Korrektur der Kinnspitze verbessert zwar das Erscheinungsbild, löst aber das zugrunde liegende Bissproblem nicht. In dieser Gruppe steht meist die kieferorthopädische und orthognath-chirurgische Abklärung im Vordergrund.
  • Bei Jugendlichen im Wachstum: Da der Kieferknochen noch wächst, werden dauerhafte Eingriffe am Knochen in der Regel auf das Erwachsenenalter verschoben.
  • Bei unkontrolliertem Diabetes, schweren Gerinnungsstörungen oder Herz-Lungen-Erkrankungen, die einer Operation entgegenstehen.
  • Bei aktiver Zahnfleisch- oder Zahnwurzelentzündung: Weil Schnitte von der Mundhöhle aus ein Infektionsrisiko bergen, wird zunächst die Behandlung dieses Problems verlangt.
  • Bei unrealistischen Erwartungen: Eine Kinnkorrektur bringt die Gesichtsproportionen ins Gleichgewicht; sie verspricht kein völlig anderes Gesicht. Wer das von Beginn an weiß, ist mit dem Ergebnis in der Regel zufriedener.

Diese Aufzählung ist keine feste Ausschlussliste. Jeder Punkt wird in der Untersuchung im Zusammenhang mit der gesamten medizinischen und zahnärztlichen Vorgeschichte des Patienten bewertet.

Untersuchung und Planung: Wo die Entscheidung fällt

Der entscheidende Schritt für ein gutes Ergebnis ist, das Kinn nicht isoliert, sondern im Kontext des gesamten Gesichts zu lesen. Denn die Kinnspitze lässt sich nicht losgelöst von ihren Nachbarn denken.

Bei der Erstuntersuchung beurteilt der Arzt zunächst das Profil: die Proportionen zwischen Stirn, Nase, Lippen und Kinnspitze, die Höhe des unteren Gesichtsdrittels, und wie weit die Kinnspitze im Verhältnis zur Lippenebene zurück- oder hervorsteht. Anschließend wird der Mundraum untersucht; wie die Zähne schließen und ob ein Problem im Kiefergelenk vorliegt, wird geprüft. Denn ein „zurückliegend“ wirkendes Kinn geht mitunter nicht auf eine zu kleine Kinnspitze zurück, sondern auf eine Rücklage des gesamten Unterkiefers – und die Lösung ist bei beiden völlig verschieden.

In den meisten Fällen wird zur klaren Darstellung von Kinn und Gesichtsknochen eine Röntgenaufnahme (Fernröntgenseitenbild) und bei Bedarf eine Computertomografie angefertigt. Auf diesen Bildern lässt sich millimetergenau planen, wie weit die Kinnspitze vorverlagert oder verkleinert wird. Eine computergestützte Bildgebung ist ein nützliches Kommunikationsmittel, um sicherzustellen, dass Patient und Arzt vom selben Ziel sprechen; das Bild auf dem Bildschirm ist jedoch keine Zusage, sondern eine Vorhersage. Lebendes Gewebe folgt nicht immer exakt der Linie, die eine Software zeichnet.

Ein Punkt verdient besondere Beachtung: Die Kinnkorrektur wird häufig am selben Planungstisch wie die Nasenkorrektur besprochen. Ein zurückliegendes Kinn lässt die Nase größer erscheinen; ein vorverlagertes Kinn kann das Profil unter Umständen stärker ins Gleichgewicht bringen als ein Eingriff an der Nase allein. Deshalb kann der Arzt eine solche Beurteilung ansprechen, selbst wenn Ihr Anliegen ausschließlich die Nase betrifft.

Ist die Entscheidung gefallen, beginnt die praktische Vorbereitung:

  • Aspirin und ähnliche Blutverdünner sowie bestimmte pflanzliche Präparate (etwa Omega-3, Ginkgo oder Knoblauchtabletten) werden nach einem vom Arzt festgelegten Zeitplan abgesetzt – meist ein bis zwei Wochen vor dem Eingriff. Nennen Sie jedes Medikament und jedes Präparat, das Sie einnehmen, lückenlos.
  • Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung des Gewebes und sollte mindestens zwei bis drei Wochen vor dem Eingriff eingestellt und auch während der Heilung unterlassen werden.
  • Ist ein Schnitt in der Mundhöhle geplant, wird ein guter Zustand von Zähnen und Zahnfleisch vorausgesetzt; bei Bedarf werden Sie zunächst an einen Zahnarzt überwiesen.
  • Bei Eingriffen in Vollnarkose bleiben Sie in den letzten sechs bis acht Stunden vor der Operation nüchtern; die genaue Dauer nennt das Anästhesieteam.

Technische Optionen: Vom Filler bis zur Knochenchirurgie

Auf die Frage „Welches Verfahren ist besser?“ gibt es keine einzelne richtige Antwort. Das passende Verfahren richtet sich danach, wie stark und in welche Richtung Ihr Kinn verändert werden muss. Nachfolgend stellen wir die vier Hauptansätze mit ihren tatsächlichen Grenzen vor.

Kinnfiller (ohne Operation)

Ein Hyaluronsäure-Filler wird in die Kinnspitze injiziert und verleiht ihr vorübergehend Projektion und Kontur. Für Menschen mit leichter Rücklage, die noch nicht zur Operation bereit sind oder „das Ergebnis erst einmal sehen möchten“, kann er ein sinnvoller Einstieg sein. Der Eingriff dauert nur Minuten und erfordert keine nennenswerte Heilungsphase.

Seine Grenzen sollte man klar kennen: Ein Filler fügt dem Kinn Volumen hinzu, verändert aber nicht die Knochenstruktur. Eine ausgeprägte Rücklage oder Asymmetrie kann er allein nicht korrigieren; ein großes Kinn kann er überhaupt nicht verkleinern. Seine Wirkung ist zudem nicht dauerhaft – je nach verwendetem Produkt lässt sie in der Regel innerhalb von 9 bis 18 Monaten durch Abbau nach, und ohne Wiederholung kehrt das Kinn zu seinem früheren Aussehen zurück. Allgemeine Informationen zu Fillermaterialien und Anwendungsbereichen finden Sie auf der zugehörigen Seite.

Kinnimplantat (Prothese / Silikon)

Einer der am häufigsten genutzten chirurgischen Wege, eine zurückliegende Kinnspitze dauerhaft nach vorn zu bringen, ist das Einsetzen eines anatomisch geformten Implantats (meist aus Silikon oder einem biokompatiblen Material wie Medpor) vor den Kinnknochen. Das Implantat wird in der Regel über einen Schnitt in der Umschlagfalte innen an der Unterlippe auf den Kinnknochen gesetzt; in manchen Fällen wird ein kleiner Schnitt unter dem Kinn gewählt.

Da das Implantat die Projektion der Kinnspitze verstärkt, betont es den Übergang zwischen Gesicht und Hals und korrigiert das flache Profil eines zurückliegenden Kinns. Dies kann auch die Wahrnehmung einer Fülle unter dem Kinn – im Volksmund „Doppelkinn“ – im Profil verbessern, weil eine markantere Kinnspitze den Hals-Kinn-Winkel klarer erscheinen lässt. (Die in älteren Texten häufig anzutreffende Aussage, „eine in die Nase eingesetzte Prothese korrigiere das Doppelkinn“, ist falsch; gemeint ist ein an der Kinnspitze platziertes Implantat.) Der Eingriff ist vergleichsweise kurz und erfordert keine Knochendurchtrennung. Zugleich ist ein Implantat ein Fremdkörper; es kann sich in seltenen Fällen verlagern, sich infizieren oder langfristig zu einem leichten Abbau des darunterliegenden Knochens führen. In solchen Fällen kann eine Entfernung oder ein Austausch erforderlich werden.

Verschiebeosteotomie (Sliding Genioplastik)

Bei diesem Verfahren wird kein Fremdmaterial verwendet; der Kinnknochen wird über einen Schnitt in der Mundhöhle als Ganzes abgetrennt, in die gewünschte Richtung (nach vorn, hinten, oben, unten oder zur Seite) verschoben und mit kleinen Platten und Schrauben in seiner neuen Position fixiert. Da der körpereigene Knochen des Patienten genutzt wird, entfallen die mit einem Implantat verbundenen Risiken (Verlagerung, Fremdkörperreaktion).

Die Verschiebeosteotomie ist eine starke Option, wenn nicht nur nach vorn, sondern zugleich in mehrere Richtungen korrigiert werden muss: etwa bei Patienten, deren Kinn zugleich zurückliegt und nach unten verlängert ist, oder mit ausgeprägter Asymmetrie. Technisch ist sie umfangreicher als ein Implantat, und die Heilung kann etwas länger dauern. Welcher Patient besser mit einem Implantat und welcher mit einer Osteotomie versorgt ist, entscheidet die Anatomie.

Kinnverkleinerung (Abtragung / Resektion)

Bei Patienten mit zu markanter, nach vorn oder unten vergrößerter Kinnspitze ist das Ziel das genaue Gegenteil: das Kinn zu verkleinern. Dies geschieht durch Abtragen des Kinnknochens mit speziellen Instrumenten oder durch Entnahme und Neuformung eines Knochenstücks. So wird ein langes oder vorstehendes Kinn in ein stimmigeres Verhältnis zum Gesicht gebracht. Damit das Ergebnis harmonisch wirkt, kann mitunter eine gemeinsame Planung mit weiteren Eingriffen an der Nase oder im unteren Gesichtsdrittel erforderlich sein.

Merkmal Kinnfiller Kinnimplantat Verschiebeosteotomie Kinnverkleinerung
Art Ohne OP, per Injektion Chirurgisch, Material wird eingebracht Chirurgisch, körpereigener Knochen Chirurgisch, Knochen wird abgetragen
Anästhesie Lokal Meist Vollnarkose/Sedierung Vollnarkose Vollnarkose
Haltbarkeit Vorübergehend (9–18 Monate) Langlebig Dauerhaft Dauerhaft
Wofür geeignet Leichte Rücklage, zum Ausprobieren Zurückliegende Kinnspitze Mehrdimensionale Korrektur, Asymmetrie Markante/große Kinnspitze
Fremdkörperrisiko Keines Vorhanden (Implantat) Keines Keines
Heilungsaufwand Sehr gering Mittel Mittel bis deutlich Mittel

Wie verläuft der Tag des Eingriffs?

Der Kinnfiller wird ambulant unter örtlicher Betäubung in wenigen Minuten gesetzt, und der Patient kehrt noch am selben Tag in den Alltag zurück; der Rest dieses Abschnitts betrifft die chirurgischen Eingriffe.

Die chirurgische Kinnkorrektur findet unter Klinikbedingungen statt. Das Einsetzen eines Implantats ist in manchen Fällen unter örtlicher Betäubung mit Sedierung möglich, während Verschiebeosteotomie und Verkleinerung meist unter Vollnarkose durchgeführt werden. Die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit dem Anästhesieteam.

Bei den meisten Eingriffen erfolgt der Schnitt von der Mundhöhle aus, in der Umschlagfalte innen an der Unterlippe; dadurch ist von außen keine sichtbare Narbe zu erwarten. In manchen Implantatfällen kann ein kleiner, in der Hautfalte unter dem Kinn verborgener Schnitt gewählt werden. Die Dauer hängt vom Umfang ab: Das Einsetzen eines Implantats lässt sich häufig in unter einer Stunde abschließen, während eine Verschiebeosteotomie ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen kann.

Am Ende des Eingriffs kann ein stützender Verband oder ein Gesichtsband im Kinnbereich angelegt werden. In den ersten Stunden sind eine Fülle rund um das Kinn, ein Taubheitsgefühl und ein leichtes Spannungsgefühl normal. Ein Teil der Patienten wird noch am selben Tag entlassen, ein anderer Teil nach einer Nacht zur Beobachtung.

Der Heilungsverlauf Woche für Woche

Das Tempo der Heilung ist von Mensch zu Mensch und je nach angewandtem Verfahren verschieden; der folgende Zeitplan gibt den durchschnittlichen Verlauf wieder, wie er bei den meisten Patienten nach einer chirurgischen Kinnkorrektur zu beobachten ist. Die Heilung nach einem Filler liegt weit darunter – sie beschränkt sich auf eine leichte Schwellung über wenige Tage und selten einen blauen Fleck.

Die ersten 72 Stunden: In dieser Phase sind Schwellung und Blutergüsse am ausgeprägtesten; im Kinn, in der Unterlippe und mitunter im oberen Halsbereich ist ein Ödem zu erwarten. In den ersten Tagen hilft eine erhöhte Kopflage (zwei Kissen oder ein erhöhtes Kopfende), das Ödem zu verringern. In den vom Arzt empfohlenen Abständen werden kühle Kompressen angewendet; Eis wird niemals direkt auf die Haut gelegt. Die Schmerzen lassen sich meist mit einfachen Schmerzmitteln kontrollieren; die meisten Patienten klagen weniger über Schmerz als über ein Spannungs- und Taubheitsgefühl.

Tag 4 bis 7: Der sichtbare Teil der Schwellung beginnt abzuklingen, die Blutergüsse werden gelblich und verblassen. Liegt ein Schnitt in der Mundhöhle vor, lösen sich die Nähte meist von selbst auf; falls der Arzt es für nötig hält, entfernt er sie bei einer Kontrolle. In dieser Phase können die meisten Patienten zur Bürotätigkeit und ins soziale Leben zurückkehren, auch wenn das Kinn noch geschwollen aussehen kann – das ist eine Momentaufnahme des Verlaufs, nicht des Ergebnisses.

Woche 2 bis 4: Der Großteil der Schwellung geht zurück, und die Profillinie wird wiedererkennbar. Ein Taubheitsgefühl an Unterlippe und Kinnspitze kann in dieser Phase anhalten; da sich das Nervengewebe nur langsam erholt, kehrt das Gefühl meist innerhalb von Wochen bis Monaten zurück. Mit leichten Spaziergängen kann in der Regel in dieser Phase begonnen werden; von starker Anstrengung, Krafttraining und Sportarten mit Stoßrisiko wird weiterhin abgeraten.

Monat 1 bis 3: Wenn auch die feine Ödemschicht abklingt, treten die Kinnkonturen hervor. Zu kontaktfreiem Sport kehrt man in der Regel in der 4. bis 6. Woche zurück, zu Aktivitäten mit Stoßrisiko (Fußball, Basketball, Kampfsport) mit ärztlicher Freigabe frühestens nach 6 bis 8 Wochen. Da die vollständige Verfestigung des Kinns bei Knocheneingriffen länger dauern kann, wird dieser Zeitraum individuell festgelegt.

Monat 3 bis 6: Das letzte Ödem an der Kinnspitze löst sich auf, das Ergebnis reift aus, und die Empfindungsveränderungen normalisieren sich weitgehend. Die abschließende Beurteilung erfolgt meist in dieser Phase.

Die Ernährung ist in dieser Zeit ein häufiges Thema. Besonders nach Schnitten in der Mundhöhle und nach Knocheneingriffen sind in den ersten Tagen weiche, lauwarme Speisen (Suppe, Püree, Joghurt) zu bevorzugen; sehr heiße, sehr harte und stark kauintensive Speisen werden gemieden. Die Mundhygiene ist in dieser Phase entscheidend; der Arzt empfiehlt in der Regel sanftes Zähneputzen und antiseptische Mundspülungen. Wann Sie vollständig zu Ihren gewohnten Ess- und Trinkgewohnheiten zurückkehren, legt der Arzt je nach Lage des Schnitts und Umfang des Eingriffs fest.

Risiken und mögliche Komplikationen

Wie jeder chirurgische Eingriff hat auch die Kinnkorrektur ihre Risiken, und diese zu kennen ist die Voraussetzung für eine bewusste Entscheidung. Die Risiken sind selten, aber nicht null.

Was in der frühen Phase auftreten kann: Schwellung und Blutergüsse (erwartet, vorübergehend), Nachblutung, Infektion im Bereich des Schnitts in der Mundhöhle (das Risiko wird durch Hygieneregeln und bei Bedarf Antibiotika verringert) sowie narkosebedingte Übelkeit.

Was in der späten Phase auftreten kann:

  • Empfindungsveränderungen: Der Nerv, der Kinnspitze und Unterlippe versorgt (Nervus mentalis), verläuft nahe am Schnittbereich. Ein vorübergehendes Taubheitsgefühl in diesem Bereich ist nach dem Eingriff häufig und bildet sich meist innerhalb von Wochen bis Monaten zurück; ein bleibender Empfindungsverlust ist selten, aber möglich.
  • Asymmetrie: Wenn die Schwellung abklingt, können kleine Unregelmäßigkeiten sichtbar werden; ein Teil davon mildert sich mit der Zeit, selten ist eine Korrektur nötig.
  • Implantatspezifische Risiken: Bei Implantaten können eine Verlagerung (Migration), eine von der Erwartung abweichende Kontur, eine Infektion oder langfristig ein leichter Abbau des darunterliegenden Knochens auftreten. In solchen Fällen kann die Entfernung oder der Austausch des Implantats zur Sprache kommen.
  • Knochen- und Fixierungsprobleme: Bei Osteotomien kann es selten zu einer verzögerten Knochenheilung oder zu Beschwerden durch das Fixierungsmaterial (Platte und Schrauben) kommen.
  • Narben: Bei Schnitten in der Mundhöhle ist von außen keine sichtbare Narbe zu erwarten; wird ein Schnitt unter dem Kinn gewählt, kann eine feine Narbe zurückbleiben, die mit der Zeit meist verblasst. Die Narbenheilung ist von Mensch zu Mensch verschieden und kann bei Bedarf gesondert behandelt werden.

Bei folgenden Anzeichen wenden Sie sich ohne Zögern an Ihren Arzt: nicht stillbare Blutung, Fieber über 38 °C, zunehmender Schmerz oder eine plötzliche einseitige Schwellung, übel riechender Ausfluss aus dem Schnittbereich.

Die Risiken mögen beängstigend wirken; die weit überwiegende Mehrheit ist jedoch selten, vorhersehbar und beherrschbar. Eine sorgfältige Patientenauswahl, ein erfahrenes Team und das Befolgen der Anweisungen senken die Wahrscheinlichkeiten deutlich – setzen sie aber nicht auf null. Deshalb muss jede Entscheidung auf einer Untersuchung und ärztlichen Beurteilung beruhen.

Ist das Ergebnis dauerhaft? Was passiert langfristig?

Die Antwort hängt maßgeblich vom gewählten Verfahren ab.

Der Filler ist eine vorübergehende Lösung; seine Wirkung lässt durch Abbau nach, und ohne Wiederholung kehrt das Kinn in seinen früheren Zustand zurück.

Knocheneingriffe (Verschiebeosteotomie, Verkleinerung) sind strukturell und langlebig; da der körpereigene Knochen der Kinnspitze in seiner neuen Position zusammenwächst, gilt das Ergebnis als dauerhaft.

Implantate werden so ausgelegt, dass sie dauerhaft verbleiben, und bleiben bei den meisten Patienten über Jahre problemlos. Dennoch ist ein Implantat keine Garantie dafür, ein Leben lang keinerlei Probleme zu bereiten; in seltenen Fällen kann es aufgrund von Verlagerung, Infektion oder Knochenabbau entfernt oder ausgetauscht werden müssen. Diese Möglichkeit von Beginn an zu kennen, gehört zu einer realistischen Erwartungshaltung.

Selbst bei dauerhaften Verfahren ist das Kinn Teil einer lebenden Struktur. Im Lauf der Jahre können eine Erschlaffung der Haut, Veränderungen im Fettgewebe und die allgemeine Gesichtsalterung die Wahrnehmung der Kinn- und Halslinie verändern. Das ist kein „Nachlassen des Eingriffs“, sondern Teil des natürlichen Verlaufs und wird im Gesamtzusammenhang der Gesichtsalterung betrachtet; Interessierte finden auf der zugehörigen Seite mehr Details.

Die Wege, das Ergebnis langfristig zu erhalten, sind einfach: das Kinn in den ersten Monaten vor Stößen schützen, die Mund- und Zahngesundheit gut pflegen, die Kontrolltermine wahrnehmen und auf das Rauchen verzichten.

Häufig gestellte Fragen zu Kinnkorrektur

Der Filler wird per Injektion gesetzt und ist ein vorübergehender Eingriff; er fügt dem Kinn Volumen hinzu, verändert aber nicht die Knochenstruktur und wird in der Regel innerhalb von 9 bis 18 Monaten abgebaut. Die chirurgische Kinnkorrektur (Implantat oder Knocheneingriff) bewirkt dagegen eine dauerhafte, strukturelle Korrektur; eine ausgeprägte Rücklage, eine Asymmetrie oder eine große Kinnspitze lassen sich nur chirurgisch korrigieren. Der Filler eignet sich für leichte Korrekturen und für alle, die das Ergebnis zunächst sehen möchten, die Chirurgie für alle, die ein dauerhaftes Resultat suchen.
Implantate werden so ausgelegt, dass sie dauerhaft verbleiben, und bleiben bei den meisten Patienten über Jahre problemlos. Eine Garantie, dass ein Leben lang keinerlei Probleme auftreten, lässt sich jedoch nicht geben; in seltenen Fällen kann eine Entfernung oder ein Austausch aufgrund von Verlagerung, Infektion oder Abbau des darunterliegenden Knochens nötig werden. Bei der Verschiebeosteotomie, die den körpereigenen Knochen nutzt, entfallen solche Fremdkörperrisiken.
Der sichtbare Teil der Schwellung beginnt in der ersten Woche abzuklingen, der Großteil geht in 2 bis 4 Wochen zurück. Bis sich das feine Ödem an der Kinnspitze vollständig auflöst und das Ergebnis ausreift, vergehen meist 3 bis 6 Monate. Nach einem Filler ist die Schwellung deutlich geringer und klingt innerhalb weniger Tage ab.
Bei den meisten Eingriffen erfolgt der Schnitt von der Mundhöhle aus, innen an der Unterlippe, sodass von außen keine sichtbare Narbe zu erwarten ist. In manchen Implantatfällen kann ein kleiner, in der Hautfalte unter dem Kinn verborgener Schnitt gewählt werden; die Narbe dort verblasst in der Regel mit der Zeit. Die Narbenheilung ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Besonders nach Schnitten in der Mundhöhle und nach Knocheneingriffen sind in den ersten Tagen weiche, lauwarme Speisen (Suppe, Püree, Joghurt) zu bevorzugen; sehr heiße, harte und stark kauintensive Speisen werden gemieden. Die Mundhygiene ist in dieser Phase sehr wichtig, und der Arzt empfiehlt in der Regel sanftes Zähneputzen sowie antiseptische Mundspülungen. Wann Sie zur normalen Ernährung zurückkehren, legt der Arzt je nach Umfang des Eingriffs fest.
Ja. Da Nase und Kinn das Profilgleichgewicht unmittelbar beeinflussen, werden beide häufig gemeinsam geplant; das nennt man Profiloplastik. Ein zurückliegendes Kinn kann die Nase größer erscheinen lassen, und ein vorverlagertes Kinn kann das Profil unter Umständen stärker ins Gleichgewicht bringen als ein Eingriff an der Nase allein. Ob beide Eingriffe gemeinsam möglich sind, wird in der Untersuchung unter Abwägung von allgemeinem Gesundheitszustand und Operationsdauer entschieden.
Dauerhafte Eingriffe am Knochen werden in der Regel im Erwachsenenalter durchgeführt, wenn das Kinnwachstum abgeschlossen ist; deshalb wird der Eingriff bei Jugendlichen meist verschoben. Eine obere Grenze hängt weniger vom kalendarischen Alter als vom allgemeinen Gesundheitszustand ab; auch bei älteren Patienten mit gut eingestellten chronischen Erkrankungen ist ein Eingriff unter geeigneten Voraussetzungen möglich.
Wird eine zurückliegende Kinnspitze nach vorn gebracht, tritt der Hals-Kinn-Winkel markanter hervor, wodurch sich die Wahrnehmung einer Fülle unter dem Kinn im Profil verbessern kann. Beruht ein Doppelkinn jedoch in erster Linie auf Fettansammlung oder erschlaffter Haut, lässt es sich durch einen Kinneingriff allein oft nicht vollständig beheben; in diesem Fall kann eine zusätzliche Beurteilung des unteren Gesichts- und Halsbereichs erforderlich sein.
Bei der Formung der Kinnspitze geht es allein darum, die äußere Kinnkontur zu korrigieren; der Zahnschluss und die Kaufunktion bleiben unangetastet. Der Schnitt wird unterhalb der Zahnwurzeln geplant. Liegt zusätzlich ein Problem im Zahnschluss vor, ist dies Gegenstand eines anderen Eingriffs (der orthognathen Chirurgie) und wird gesondert beurteilt.
Nach einem Filler ist die Rückkehr noch am selben Tag möglich. Nach chirurgischen Eingriffen können Menschen mit Bürotätigkeit meist innerhalb von 5 bis 7 Tagen an die Arbeit zurückkehren; das Kinn kann in dieser Zeit noch leicht geschwollen aussehen. Bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten und bei Knocheneingriffen wird der Zeitraum länger angesetzt.
Nicht ganz. Die Eingriffe auf dieser Seite konzentrieren sich darauf, die Position der Kinnspitze im Profil zu korrigieren. Anwendungen, die den Unterkieferwinkel und die gesamte Kieferlinie betonen (etwa Konturierung mit Fillern oder Winkelimplantate), sind ein eigenes Thema und erfordern eine andere Planung; welche davon zu Ihnen passt, klärt die Untersuchung. Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Die Entscheidung für eine Kinnkorrektur kann erst nach einer persönlichen Untersuchung getroffen werden, bei der Ihre Gesichtsproportionen, Ihr Zahnschluss, Ihre Krankengeschichte und Ihre Erwartungen gemeinsam beurteilt werden.

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