FBM Estetik
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Ohrkorrektur

30.03.2019 11.07.2026 Prof. Dr. Hayati AKBAŞ 18 Min. Lesezeit
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Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Autor
Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Plastik, Rekonstrüktif ve Estetik Cerrahi Uzmanı

Prof. Dr. Hayati AKBAŞ hat viele wissenschaftliche Studien, Artikel in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, und viele wissenschaftliche Studien werden auf na...

Auf fast jedem Klassenfoto gibt es ein Kind, das die Haare bewusst über die Ohren zieht. Ein Mädchen, das an windigen Tagen den Pferdeschwanz meidet; ein Mann, der den Kurzhaarschnitt jahrelang aufschiebt. Abstehende Ohren sind meist kein medizinisches Problem: Sie beeinträchtigen das Hören nicht und verursachen keine Schmerzen. Doch weil sie sichtbar sind und schon in der Kindheit Anlass für Hänseleien geben können, prägen sie das Verhältnis zum eigenen Körper mitunter ein Leben lang.

Die Operation, mit der abstehende Ohren korrigiert werden, heißt in der Fachsprache Otoplastik oder Ohranlegeplastik. Ziel ist es, den Abstand des Ohrs zum Kopf zu verringern und die natürlichen Faltungen des Ohrknorpels neu zu formen. Sie zählt zu den ältesten und am besten etablierten Eingriffen der plastischen Chirurgie. Bei sorgfältiger Planung wirkt das Ergebnis in der Regel natürlich und ist von Dauer; wie jeder chirurgische Eingriff hat sie jedoch ihre eigenen Regeln, ihren richtigen Zeitpunkt und ihre Risiken.

Auf dieser Seite gehen wir die Otoplastik so durch, wie man es in einem Sprechzimmer täte: warum Ohren abstehen, in welchem Alter ein Eingriff sinnvoll ist, ob nicht-operative Verfahren tatsächlich helfen, welche Techniken zum Einsatz kommen und wie die Heilung Woche für Woche verläuft.

Kepçe Kulak Estetiği

Was sind abstehende Ohren, und wie entstehen sie?

Von abstehenden Ohren spricht man, wenn die Ohrmuschel (Aurikula) weiter vom Kopf absteht als üblich. Aus ästhetischer Sicht bilden drei anatomische Gegebenheiten dieses Erscheinungsbild – einzeln oder in Kombination:

  • Unzureichend ausgebildete Anthelixfalte: Ist die natürliche, „Y"-förmige Falte im mittleren Bereich des Ohrs (Anthelix) nur schwach angelegt, bleibt der obere Ohranteil flach und klappt nach außen. Das ist die häufigste Ursache.
  • Tiefe oder breite Concha: Ist die Mulde rund um den Gehörgang (Cavum conchae) übermäßig ausgeprägt, drückt sie das gesamte Ohr vom Kopf weg nach vorn.
  • Nach außen stehendes Ohrläppchen: Ein weniger beachtetes, für das Gesamtbild aber entscheidendes Detail – wird es übergangen, bleibt der untere Ohranteil abstehend.

An einem harmonisch geformten Ohr beträgt der Winkel zwischen Ohrmuschel und Kopf etwa 20 bis 30 Grad, und der Abstand vom äußersten Punkt des Ohrs zum Kopf liegt meist unter zwei Zentimetern. Nehmen diese Werte deutlich zu, wird das Ohr als „abstehend" wahrgenommen.

Die Ursache ist im Kern genetisch. Sie geht auf Unterschiede im Faltungsprozess des Ohrknorpels vor der Geburt zurück, und häufig finden sich in der Familie Menschen mit ähnlicher Ohrform. Es liegt also weder an etwas, das die Mutter in der Schwangerschaft getan hat, noch an der Schlaflage des Säuglings – es ist eine angeborene Eigenart der Knorpelbildung. Mit dem Gehör hat das nichts zu tun: Abstehende Ohren betreffen die Form des äußeren Ohrs; Innenohr und Hörvermögen bleiben davon unberührt.

Was ist die Ohrenkorrektur (Otoplastik)?

Bei der Otoplastik wird der Ohrknorpel neu geformt, um das abstehende Ohr näher an den Kopf zu bringen und fehlende natürliche Faltungen wiederherzustellen. Der Schnitt wird fast immer in der natürlichen Falte hinter dem Ohr verborgen; von dort gelangt der Operateur an den Knorpel und gibt ihm mit Nähten und/oder durch Ausdünnen die neue Form.

Das Ziel ist nicht vollkommene Symmetrie – bei keinem Menschen sind beide Ohren exakt gleich. Realistisch angestrebt wird, dass die Ohren von vorn ausgewogen und natürlich wirken und die Faltungen von der Seite betrachtet weich und gleichmäßig verlaufen. Ein überkorrigiertes, förmlich an den Kopf „geklebtes" Ohr sieht mindestens so künstlich aus wie ein abstehendes. Ein erfahrenes Vorgehen zielt nicht darauf, das Ohr unsichtbar zu machen, sondern es in einen natürlichen Bereich zurückzuführen.

In welchem Alter wird operiert?

Das ist die Frage, die Eltern am häufigsten stellen, und die Antwort steckt in der Wachstumsbiologie des Ohrs.

Der Ohrknorpel entwickelt sich in der frühen Kindheit rasch; etwa 85 bis 90 Prozent der endgültigen Ohrgröße sind mit rund fünf bis sechs Jahren erreicht. Deshalb wird für die Otoplastik häufig ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren empfohlen. Für diesen Zeitpunkt sprechen zwei Überlegungen: Weil der größte Teil des Knorpelwachstums abgeschlossen ist, hält das Ergebnis besser; und wird die Korrektur vor der Einschulung oder in den ersten Schuljahren vorgenommen, lässt sich die seelische Belastung durch Hänseleien von vornherein verringern.

„Fünf bis sieben Jahre" ist allerdings keine Regel, sondern eine Tendenz. Die Entscheidung fällt individuell – abhängig davon, ob das Kind sich selbst gestört fühlt, ob es mitwirken kann, und nach Einschätzung der Familie. Dass das Kind den Ablauf mitträgt, ist wichtig, weil es unmittelbar beeinflusst, wie zuverlässig Verband und Schonregeln nach dem Eingriff eingehalten werden.

Bei Erwachsenen ist die Lage flexibler. Für die Otoplastik gibt es keine Altersobergrenze. Sie ist auch bei Menschen mit 40, 50 oder darüber möglich, sofern der Allgemeinzustand den Eingriff zulässt. Da der Knorpel Erwachsener fester und weniger elastisch ist als der von Kindern, wird die Technik mitunter darauf abgestimmt – ein Hindernis ist das nicht. Viele, die in der Kindheit keine Gelegenheit dazu hatten, lassen den Eingriff im Erwachsenenalter durchführen.

Ist eine Korrektur ohne Operation möglich?

Hier gilt es zwei ganz unterschiedliche Situationen auseinanderzuhalten, weil sie im Internet oft verwechselt werden.

Ohrschienen (Molding) in der Neugeborenenphase: Bei Säuglingen ist der Ohrknorpel unter dem Einfluss des mütterlichen Östrogens in den ersten Wochen ausgesprochen weich und formbar. In diesem Zeitfenster – idealerweise innerhalb der ersten ein bis drei Wochen begonnen – können spezielle Ohrschienen (Molding-Systeme) den Knorpel sanft lenken und bei manchen leichten bis mittelgradigen Formabweichungen eine Korrektur ohne Operation ermöglichen. Die Schiene bleibt meist über mehrere Wochen angelegt. Ob das Verfahren wirkt, hängt vollständig vom Zeitpunkt ab; sobald der Knorpel zu verhärten beginnt (meist ab der sechsten Lebenswoche), lässt die Wirksamkeit rasch nach. Fällt an einem Säugling eine deutliche Ohrasymmetrie auf, sollte man deshalb ohne Zeitverlust ärztlichen Rat einholen.

„Faden-" und „Pflaster"-Methoden bei älteren Kindern und Erwachsenen: Im Handel kursieren Klebstoffe, Pflaster oder als „Korrektur ohne Operation mit Faden" bezeichnete Anwendungen, die das Ohr vorübergehend an den Kopf ziehen. Diese Methoden formen den Knorpel nicht dauerhaft neu; nach der Verhärtung des Ohrs bewirkt keine von außen angelegte Schiene und kein Pflaster eine bleibende Korrektur. Die Wirkung ist vorübergehend, und sobald man sie weglässt, kehrt das Ohr in seine alte Lage zurück. Techniken, die den Knorpel mit einer Nadel von innen schwächen und mit Haltenähten fixieren („geschlossene" bzw. Fadentechniken), sind hingegen nicht operationsfrei, sondern minimalinvasive chirurgische Eingriffe; sie behandeln wir weiter unten im Abschnitt zu den Techniken.

Kurz gesagt: Die frühe Schienenbehandlung beim Neugeborenen ist eine echte Option; sind die ersten Monate verstrichen, erfordert eine dauerhafte Korrektur einen Eingriff.

Wer ist geeignet, wann wird verschoben?

Als grundsätzlich geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für eine Otoplastik gelten:

  • Menschen, deren Ohrwachstum weitgehend abgeschlossen ist (meist ab fünf Jahren),
  • Personen, die sich selbst am abstehenden Erscheinungsbild stören – gerade bei Kindern ist wichtig, dass der Wunsch vom Kind selbst und nicht allein von den Eltern ausgeht,
  • Menschen, deren Allgemeinzustand für Operation und Narkose geeignet ist,
  • Menschen mit realistischer Erwartung: Das Ziel ist kein „makelloses Spiegelbild", sondern ein ausgewogenes, natürliches Erscheinungsbild.

In den folgenden Situationen wird der Eingriff verschoben oder ein anderer Schritt geht ihm voraus:

  • Aktive Entzündung oder Ekzem im Ohrbereich: Wegen des Risikos einer gestörten Heilung und einer Knorpelinfektion wird zunächst die Abheilung der Haut abgewartet.
  • Schlecht eingestellte Grunderkrankungen und Gerinnungsstörungen: Sie müssen zuvor vom zuständigen Fachbereich eingestellt werden.
  • Neigung zu Keloiden oder hypertrophen Narben: Bei ausgeprägter Veranlagung zu auffälliger Narbenbildung sind hinsichtlich der Narbe hinter dem Ohr zusätzliche Vorsicht und Aufklärung nötig.
  • Rauchen: Da es die Durchblutung des Gewebes und die Wundheilung stört, wird gebeten, rund um den Eingriff darauf zu verzichten.
  • Ein Kind, das noch zu klein oder für den Ablauf noch nicht bereit ist: In diesem Fall kann es sinnvoller sein, einige Jahre zu warten.

Diese Aufstellung dient der Orientierung; die Entscheidung über die Eignung fällt stets individuell im Rahmen von Untersuchung und ärztlicher Beurteilung.

Untersuchung und Planung: Worauf wird geachtet?

Beim Erstgespräch beurteilt der Arzt die Ohren von vorn, von der Seite und von hinten. Ziel ist, die Bestandteile, die zum abstehenden Erscheinungsbild beitragen, einzeln zu bestimmen: Liegt es an der unzureichenden Anthelixfalte, an der Tiefe der Concha oder am nach außen gedrehten Ohrläppchen? Abstand und Symmetrieunterschied zwischen beiden Ohren werden gemessen, denn bei den meisten Menschen unterscheiden sich die Ohren leicht, und der Plan richtet sich danach.

Festigkeit und Elastizität des Knorpels werden mit den Händen geprüft; das bestimmt, welche Technik in den Vordergrund rückt. Bei Kindern wird der Wachstumsstand erfragt, bei Erwachsenen die Hautqualität und ob bereits ein Eingriff am Ohr stattgefunden hat. Eingenommene Medikamente und Präparate mit blutverdünnender Wirkung (etwa Aspirin, Omega-3 oder hochdosiertes Vitamin E) werden unbedingt besprochen; ein Teil davon muss unter Umständen rund eine Woche vor dem Eingriff und in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden.

In der Planungsphase klärt sich auch, welche Narkose zum Einsatz kommt. Bei kooperationsfähigen Erwachsenen und älteren Kindern genügt meist eine örtliche Betäubung (bei Bedarf mit leichter Sedierung); bei kleinen Kindern und wenn eine örtliche Betäubung nicht geeignet ist, wird eine Vollnarkose gewählt.

Techniken der Ohrenkorrektur

Bei der Otoplastik gibt es nicht die eine „Standardoperation". Je nachdem, welcher Ohranteil das Problem verursacht, kommen verschiedene Techniken einzeln oder kombiniert zum Einsatz. Im Kern stehen sich zwei Prinzipien gegenüber: den Knorpel mit Nähten zu falten oder ihn durch Ausdünnen und Ritzen in eine neue Form zu zwingen. In der modernen Praxis werden beide meist verbunden.

Nahttechniken (ohne Schwächen durch Schneiden)

Dem von hinten erreichten Knorpel wird mit dauerhaften Nähten eine neue Faltung gegeben. Die beiden bekanntesten Nahttechniken sind:

  • Nähte zur Bildung der Anthelixfalte (nach Mustardé): in den Knorpel gesetzte Nähte, um die fehlende mittlere Falte neu zu schaffen. Sie führen den oberen Ohranteil in einer weichen Faltung an den Kopf heran.
  • Nähte zur Rückverlagerung der Concha (nach Furnas): Sie fixieren die tiefe Conchamulde zur dahinterliegenden Knochenhaut und bringen so das gesamte Ohr näher an den Kopf.

Da Nahttechniken den Knorpel nicht durchtrennen, wirkt die Faltung weicher; mit der Zeit kann sich die Naht jedoch lockern oder reißen – eine der Hauptursachen für einen Rückfall.

Techniken zum Ausdünnen/Ritzen des Knorpels

Bei diesem Vorgehen wird die Vorderseite des Knorpels mit einer Raspel ausgedünnt oder geritzt; der Knorpel neigt dazu, sich entgegen der geritzten Seite von selbst zu wölben. Gerade bei Erwachsenen mit festem Knorpel reicht die Naht allein mitunter nicht aus; das Ausdünnen hilft, dass sich die Faltung dauerhafter setzt. Weil zu starkes Ausdünnen scharfe, künstlich wirkende Kanten hervorrufen kann, ist hier das rechte Maß entscheidend.

Kombinierte Technik

In der Praxis am häufigsten: Die Concha wird per Naht zurückverlagert, die Anthelixfalte durch Ritzen und Naht zugleich gebildet, und bei Bedarf wird das Ohrläppchen zusätzlich korrigiert. So wird sowohl ein weiches Erscheinungsbild als auch ein widerstandsfähigeres Ergebnis angestrebt.

Schnittfreie / geschlossene (incisionless) Otoplastik

Bei manchen geeigneten Patienten wird, ohne die Haut zu eröffnen, die Vorderseite des Knorpels mit einer Nadel geschwächt und das Ohr mit unter der Haut geführten Nähten an den Kopf herangebracht. Ihr Vorteil ist, dass keine sichtbare Narbe zurückbleibt; sie eignet sich jedoch nicht für jede Ohrform, kann bei deutlich abstehendem und festem Knorpel unzureichend sein, und die nahtbedingte Rückfallwahrscheinlichkeit kann etwas höher liegen. Ob sie infrage kommt, wird bei der Untersuchung beurteilt.

Vergleich der Techniken

Nahttechnik Knorpelausdünnung Kombiniert Schnittfrei (geschlossen)
Wirkprinzip Faltung durch dauerhafte Nähte Ausdünnen und Wölben des Knorpels Naht + Ausdünnung zusammen Schwächen mit Nadel + Naht unter der Haut
Geeignet bei weicher Knorpel, leichtes bis mittleres Abstehen fester Knorpel, deutliches Abstehen den meisten Fällen (am häufigsten) ausgewählte, geeignete Knorpelstruktur
Sichtbarkeit verborgener Schnitt hinter dem Ohr verborgener Schnitt hinter dem Ohr verborgener Schnitt hinter dem Ohr keine sichtbare Narbe
Erscheinungsbild sehr weich, natürlich markante, dauerhafte Faltung ausgewogen natürlich, aber begrenzte Indikation
Rückfall kann bei Lockerung der Naht wiederkehren vergleichsweise beständig gering kann vergleichsweise höher liegen

Welche Technik oder Kombination gewählt wird, legt der Arzt anhand der Knorpelfestigkeit, des Grades des Abstehens und des vorherrschenden anatomischen Bestandteils fest. Selbst bei zwei gleich aussehenden Ohren kann der Plan unterschiedlich ausfallen.

Der Operationstag: Was geschieht Schritt für Schritt?

Je nach Narkoseart dauert der Eingriff meist zwischen ein und zwei Stunden; beide Ohren werden in derselben Sitzung operiert. Die Dauer hängt von der verwendeten Technik und dem Aufbau des Ohrs ab.

Ist eine Vollnarkose vorgesehen (besonders bei Kindern), wird eine bestimmte Nüchternzeit verlangt; das Anästhesieteam beurteilt vor dem Eingriff zusätzlich. Während der Operation wird ein Schnitt in der natürlichen Falte hinter dem Ohr gesetzt, dem Knorpel mit der geplanten Technik die Form gegeben, es werden Nähte gelegt und die Haut verschlossen. Weil der Schnitt hinter dem Ohr liegt, ist nach der Abheilung nicht zu erwarten, dass er von vorn auffällt.

Zum Abschluss wird ein leicht komprimierender Verband um den Kopf gelegt, der die Ohren schützt und in der neuen Lage hält. Die Otoplastik erfolgt meist ambulant; die meisten Patienten gehen noch am selben Tag nach einer Beobachtungszeit nach Hause. Bei Kindern wird darauf geachtet, dass die Heimkehr in Begleitung erfolgt und die erste Nacht engmaschig überwacht wird.

Heilung Woche für Woche

Der folgende Zeitplan gilt für eine typische Otoplastik. Jeder Verlauf ist verschieden, und die von Ihrem Arzt vorgegebene Regelung hat stets Vorrang.

Die ersten 3 bis 5 Tage. Die empfindlichste Phase. Schwellung, Blutergüsse und ein leichter bis mittlerer, pochender Schmerz können auftreten; die Schmerzen lassen sich meist mit einfachen Schmerzmitteln kontrollieren. Der Kopfverband bleibt in dieser Zeit durchgehend angelegt und soll nicht nass werden. Den Kopf über Herzhöhe und leicht erhöht zu lagern (beim Schlafen ein zusätzliches Kissen) mindert die Schwellung.

Tag 5 bis 7. Die erste Kontrolle findet meist in diesem Zeitraum statt; der voluminöse Kopfverband wird abgenommen und in den meisten Protokollen durch ein besonders nachts getragenes Stirn- bzw. Haarband (nach Art eines Tennisstirnbands) ersetzt. Dieses Band verhindert, dass das Ohr im Schlaf unwillkürlich nach vorn klappt und die Nähte belastet werden. Die meisten Erwachsenen und alle mit Bürotätigkeit können in diesem Zeitraum an die Arbeit oder in die Schule zurückkehren; darüber entscheidet der Arzt.

Woche 1 bis 2. Oberflächliche Nähte lösen sich bei selbstauflösendem Material von selbst auf, andernfalls werden sie in dieser Zeit entfernt. Der größte Teil der Blutergüsse klingt ab. Kinder kehren meist in dieser Phase in die Schule zurück; Ballspiele, Ringen und andere Aktivitäten mit dem Risiko eines Stoßes gegen das Ohr sind jedoch zu meiden. Auf das Haarewaschen gehen wir weiter unten gesondert ein.

Woche 2 bis 6. Das Stirnband wird in den meisten Protokollen als nächtliche Anwendung über vier bis sechs Wochen fortgeführt; das ist einer der am häufigsten vernachlässigten, aber wichtigsten Schritte zur Sicherung des Ergebnisses. Leichte Alltagsaktivität ist wieder möglich. Schwimmen sowie Kontakt- und Kampfsport sind in dieser Zeit noch nicht angebracht.

Woche 6 bis 8 und danach. Das Ohrgewebe festigt sich deutlich. Die Rückkehr zu Schwimmen und Kontaktsport ist meist in dieser Phase mit ärztlicher Freigabe möglich. Die letzten Reste der Schwellung lösen sich, und die endgültige Form des Ohrs beginnt sich zu setzen; bis feine Schwellungen und Gefühlsveränderungen vollständig abgeklungen sind, können einige Monate vergehen.

Wann geht es zurück zu Sport und Schule?

Die Rückkehr in Schule und Bürotätigkeit liegt bei den meisten Patienten bei etwa einer Woche. Leichte Alltagsaktivität ist in den ersten Wochen erlaubt. Für Kontakt- und Kampfsportarten mit dem Risiko eines Stoßes gegen das Ohr (Fußball, Basketball, Ringen, Kampfsport) sowie fürs Schwimmen wird jedoch meist sechs bis acht Wochen gewartet. Diese Zeit ist nötig, damit sich Nähte und neue Faltung festigen.

Wie sollten Schlafposition und Haarewaschen aussehen?

In den ersten Wochen ist es wichtig, auf dem Rücken zu schlafen und die Seitenlage zu meiden, die Druck auf das Ohr ausübt; klappt das Ohr nach vorn, können die Nähte belastet werden. Das Stirnband wird gerade während des Schlafs für diesen Schutz getragen. Das Haarewaschen wird verschoben, bis der voluminöse Kopfverband entfernt ist (meist bis zur ersten Kontrolle); danach ist es mit ärztlicher Erlaubnis erlaubt, das Haar behutsam mit lauwarmem Wasser zu waschen, ohne das Ohr kräftig zu reiben. In der Anfangszeit ist es ratsam, den Föhn nicht auf heißer Stufe und nicht aus geringer Entfernung zu nutzen, da am noch gefühlsgeminderten Ohr ein Verbrennungsrisiko besteht.

Risiken und mögliche Komplikationen

Die Otoplastik ist ein risikoarmer, gut verträglicher Eingriff, hat aber wie jede Operation ihre möglichen Komplikationen. Sie im Vorfeld zu kennen, ist die erste Voraussetzung dafür, nicht von ihnen überrascht zu werden:

  • Hämatom (Blutansammlung): In der Frühphase ist ein unerwartet zunehmender, einseitiger Schmerz unter dem Verband das wichtigste Warnzeichen; da ein Hämatom die Ernährung des Knorpels beeinträchtigen kann, muss es unter Umständen frühzeitig entlastet werden. Der Druckverband dient dazu, dieses Risiko zu senken.
  • Infektion und Knorpelentzündung (Chondritis): selten, aber weil sie den Knorpel betrifft, ernst zu nehmen; bei zunehmender Rötung, Überwärmung, Schmerz und Sekretion sollte man ohne Zeitverlust den Arzt aufsuchen.
  • Rückfall (teilweise Rückkehr des Ohrs in die alte Lage): kann durch Lockerung der Naht oder durch die Eigenelastizität des Knorpels entstehen; in einzelnen Fällen kann ein korrigierender Eingriff nötig werden.
  • Nahtprobleme: Dauerhafte Nähte können sich durch die Haut nach außen durcharbeiten (Extrusion), ein Granulom bilden oder tastbar werden; in diesem Fall muss die Naht unter Umständen entfernt werden.
  • Asymmetrie: Ein gewisser Unterschied zwischen beiden Ohren ist bei jedem Menschen natürlich; bleibt ein deutlicher Unterschied bestehen, kann eine Nachkorrektur zur Sprache kommen.
  • Überkorrektur und „Telefonohr"-Deformität: Wird das Ohr zu stark an den Kopf gebracht, kann es künstlich wirken; ein im Verhältnis zum oberen und unteren Ende unterschiedlich starkes Anziehen der Mitte kann ein an einen Telefonhörer erinnerndes Erscheinungsbild hervorrufen.
  • Gefühlsveränderung: Taubheit oder Überempfindlichkeit am Ohr ist in der Anfangszeit häufig und bessert sich meist mit der Zeit; bei einer kleinen Gruppe kann sie bleiben.
  • Narbenprobleme: Auch wenn der Schnitt hinter dem Ohr verborgen wird, kann sich bei veranlagten Personen eine verdickte (hypertrophe) Narbe oder ein Keloid bilden. Zu sagen „es bleibt keine Narbe" wäre unzutreffend; das Ziel ist, die Narbe an der verborgensten Stelle und so wenig auffällig wie möglich zu halten.
  • Narkosebedingte Risiken: Besonders bei Kindern in Vollnarkose ist deshalb die gesonderte Beurteilung durch den Anästhesisten Standard.

Die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation hängt vom Allgemeinzustand, vom Rauchen, von der Gewebeveranlagung und von der Technik ab. All diese Risiken werden im Vorgespräch individuell mit Ihnen besprochen und in der schriftlichen Einwilligungserklärung festgehalten. Für weitere Informationen zur langfristigen Pflege von Operationsnarben und zum Umgang mit der Narbenbildung finden Sie Näheres auf unserer gesonderten Seite.

Ist das Ergebnis dauerhaft? Wie hoch ist das Rückfallrisiko?

Die durch die Otoplastik erreichte Korrektur ist bei der großen Mehrheit der Patienten langlebig; der neu geformte Knorpel behält seine neue Lage in der Regel bei. Dennoch wäre es unrealistisch zu sagen „es steht ganz sicher nie wieder ab". Gerade bei rein nahtbasierten Techniken kann es zu einem teilweisen Rückfall kommen, weil sich die Naht mit der Zeit lockert oder der Knorpel durch seine Eigenelastizität etwas zurückgeht. Ein Rückfall zeigt sich am ehesten in den ersten Monaten – dann, wenn das Tragen des Stirnbands vernachlässigt wurde oder das Ohr in der Frühphase einen Stoß erlitten hat.

Deshalb beeinflusst die Einhaltung der Heilungsregeln unmittelbar, wie dauerhaft das Ergebnis ist: das Stirnband über die empfohlene Zeit zu tragen, das Ohr in den ersten Wochen zu schützen und nicht zu früh zu Kontaktsport zurückzukehren, sind die praktischsten Maßnahmen, um die Rückfallwahrscheinlichkeit zu senken. Bei einem deutlichen Rückgang ist ein korrigierender (Revisions-)Eingriff möglich; diese Beurteilung erfolgt, nachdem das Gewebe vollständig abgeheilt ist.

Der Anteil des Ohrs im Gesamtbild des Gesichts lässt sich sinnvoller im Zusammenhang mit anderen ästhetischen Überlegungen betrachten; einen Überblick über den Rahmen der Gesichtsverjüngung und weiterer Eingriffe im Gesichtsbereich bieten die zugehörigen Seiten. Umfassendere angeborene Entwicklungsunterschiede von Ohr und Gesicht sind hingegen Gegenstand eines eigenen rekonstruktiven Fachgebiets. Die Ohrenkorrektur ist nur einer der Eingriffe unter dem Bereich der ästhetischen Chirurgie unserer Klinik; die weiteren Anwendungen können Sie ebenfalls durchsehen.

Häufig gestellte Fragen zu Ohrkorrektur

Da der größte Teil der Ohrentwicklung mit fünf bis sechs Jahren abgeschlossen ist, wird häufig ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren empfohlen; so ist die Korrektur auch vor der Einschulung möglich. Ein zwingendes Alter ist das jedoch nicht, und die Entscheidung fällt individuell nach dem Wunsch und der Mitwirkung des Kindes.
Nein. Bei Erwachsenen, deren Allgemeinzustand für Operation und Narkose geeignet ist, kann sie ohne Altersgrenze durchgeführt werden. Da der Knorpel Erwachsener fester ist, wird die Technik entsprechend angepasst – ein Hindernis stellt das nicht dar.
Bei Neugeborenen können in den ersten Wochen angelegte spezielle Ohrschienen, solange der Knorpel noch sehr weich ist, bei manchen leichten bis mittelgradigen Fällen eine Korrektur ohne Operation ermöglichen. Nach der Verhärtung des Ohrs (bei älteren Kindern und Erwachsenen) ist die Wirkung von außen angelegter Pflaster, Klebstoffe und „Faden"-Methoden nur vorübergehend; eine dauerhafte Korrektur erfordert einen Eingriff.
Er dauert meist ein bis zwei Stunden, und beide Ohren werden in derselben Sitzung operiert. Die Dauer hängt von der verwendeten Technik und dem Aufbau des Ohrs ab.
Die Rückkehr in Schule und Bürotätigkeit liegt meist bei etwa einer Woche. Für das Schwimmen und Kontaktsportarten mit dem Risiko eines Stoßes gegen das Ohr wird hingegen in der Regel sechs bis acht Wochen gewartet.
Das Ergebnis ist bei den meisten Patienten dauerhaft, ein teilweiser Rückfall ist jedoch möglich; die häufigste Ursache ist eine Lockerung der Naht oder ein unzureichender Schutz des Ohrs in der Frühphase. Das konsequente Tragen des Stirnbands und der Schutz des Ohrs in den ersten Wochen senken die Rückfallwahrscheinlichkeit. Bei einem deutlichen Rückgang ist ein korrigierender Eingriff möglich.
In den ersten Wochen wird empfohlen, auf dem Rücken zu schlafen und die Seitenlage auf dem Ohr zu meiden; das Stirnband schützt das Ohr im Schlaf. Das Haarewaschen wird verschoben, bis der Kopfverband entfernt ist; danach erfolgt es mit ärztlicher Erlaubnis behutsam mit lauwarmem Wasser, ohne das Ohr zu reiben.
Bei kooperationsfähigen Erwachsenen und älteren Kindern kommt meist eine örtliche Betäubung (bei Bedarf mit Sedierung) zum Einsatz, bei kleinen Kindern eine Vollnarkose. Die Schmerzen nach dem Eingriff sind in der Regel leicht bis mittelstark und lassen sich mit einfachen Schmerzmitteln kontrollieren; in den ersten Tagen stehen eher ein Spannungs- und Druckgefühl im Vordergrund.
Der Schnitt wird in der natürlichen Falte hinter dem Ohr verborgen, sodass nicht zu erwarten ist, dass er von vorn auffällt. Dennoch verschwindet die Narbe nicht vollständig, und die Heilung ist von Mensch zu Mensch verschieden; bei Neigung zu Keloiden oder hypertrophen Narben kann sie auffälliger ausfallen.
Ja. Ist das abstehende Erscheinungsbild einseitig, kann nur dieses Ohr operiert werden. Um jedoch ein Gleichgewicht zwischen beiden Ohren herzustellen, empfiehlt der Arzt mitunter auch am anderen Ohr kleine Anpassungen; das wird bei der Untersuchung beurteilt.
Blutverdünnende Medikamente und Präparate werden in Absprache mit dem Arzt im Vorfeld angepasst, das Rauchen wird rund um den Eingriff eingestellt, und bei aktiver Entzündung oder einem Ekzem im Ohrbereich wird zunächst behandelt. Ist eine Vollnarkose geplant, wird die geforderte Nüchternzeit eingehalten. All diese Vorbereitungen werden bei der Untersuchung individuell mit Ihnen besprochen. Der erste Schritt ist nicht die Entscheidung im Internet, sondern die Beurteilung der Ohrstruktur bei der Untersuchung: welcher Bestandteil vorherrscht, welche Technik geeignet ist und was eine realistische Erwartung ist, klärt sich erst dabei. Jede Entscheidung gehört – bei Kindern der Familie und dem Kind – Ihnen selbst, gemeinsam mit Untersuchung und ärztlicher Beurteilung.

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