Die erschlaffte Haut an der Innenseite der Oberarme ist eine Beschwerde, die viele Menschen jahrelang unter langärmeliger Kleidung verbergen. Ein ärmelloses Shirt, ein Foto am Strand, die schwingende Haut beim Heben des Arms – das sind die Momente, in denen das Problem sichtbar wird. Die Oberarmstraffung, in der Fachsprache Brachioplastik genannt, richtet sich genau an diese Region: an das gelockerte Haut- und Fettgewebe an der Innen- und Rückseite des Oberarms.
Erschlaffte Oberarme sehen allerdings nicht bei jedem gleich aus. Bei manchen besteht das Problem allein aus überschüssigem Fett, während die Haut noch straff und elastisch ist. Bei anderen ist es umgekehrt: wenig Fett, aber eine Haut, die – besonders nach einer starken Gewichtsabnahme – ihre Spannkraft verloren hat und wie ein Vorhang herabhängt. Diese beiden Ausgangslagen lassen sich nicht mit demselben Eingriff lösen. Im einen Fall genügt ein kleiner Eingriff über wenige Millimeter, im anderen ist ein Schnitt mit sichtbarer Narbe unvermeidlich. Was die richtige Methode bestimmt, ist die Frage, welches Gewebe in welchem Maß für das Problem verantwortlich ist.
Dieser Ratgeber erklärt, warum die Oberarme erschlaffen, in welcher Situation welche Technik zum Einsatz kommt, wie es sich mit der viel diskutierten Narbe verhält, wie der Operationstag abläuft und wie die Heilung Woche für Woche verläuft. Ziel ist, dass Sie Ihre eigene Ausgangslage bei der Untersuchung klarer beschreiben und Ihrem Arzt die richtigen Fragen stellen können.

Warum erschlaffen die Oberarme?
Die Innenseite des Oberarms gehört zu den Körperregionen, die ihre Hautelastizität am frühesten verlieren. Dafür wirken meist mehrere Ursachen zusammen.
Alterung und nachlassende Hautelastizität. Mit zunehmendem Alter schwächt sich das Kollagen- und Elastingerüst unter der Haut ab. Die Haut verliert die Fähigkeit, sich nach dem Dehnen wieder zusammenzuziehen. Da die Haut an der Oberarminnenseite ohnehin dünn ist, fällt diese Veränderung hier früher auf.
Deutliche Gewichtsabnahme. Dies ist die häufigste und zugleich augenfälligste Ursache. Ob durch Ernährung und Sport oder durch bariatrische (Adipositas-)Chirurgie erreicht – ein großer Gewichtsverlust hinterlässt eine leere Hauthülle. Ist das Fett verschwunden, kann die Haut sich nicht mehr zurückbilden; es entsteht ein Hautüberschuss, der von der Oberarminnenseite herabhängt und mitunter bis zum Ellenbogen reicht. Bei diesen Patienten reicht eine reine Fettabsaugung in der Regel nicht aus – die überschüssige Haut muss ebenfalls entfernt werden.
Veranlagung und Körperbau. Selbst bei einem jungen Menschen mit stabilem Gewicht kann die Oberarminnenseite füllig wirken und leicht erschlaffen. Ausschlaggebend sind hier die erblich bedingte Fettverteilung und die Hautqualität.
Schwerkraft und Erschlaffung im Lauf der Zeit. Diese Region ist ständig der Schwerkraft ausgesetzt, und das Bindegewebe zwischen Muskel und Haut lockert sich über die Jahre.
Welche dieser Ursachen überwiegt, verändert das Vorgehen unmittelbar. Auch wenn von der „Oberarmstraffung“ oft wie von einem einzelnen Eingriff gesprochen wird, handelt es sich in Wahrheit um eine Familie von Techniken.
Was ist eine Oberarmstraffung und welche Verfahren umfasst sie?
Unter dem Begriff Oberarmstraffung fassen sich drei sehr unterschiedliche Ansätze zusammen, die sich meist nach dem Hautbefund richten:
- Reine Liposuktion (Fettabsaugung): geeignet, wenn die Hautelastizität gut ist und das Problem vorwiegend im überschüssigen Fett liegt. Über dünne Kanülen wird das Fett am Arm entfernt, die Haut zieht sich von selbst zurück. Die Narbe ist so klein, dass sie kaum wahrnehmbar ist.
- Mini-Brachioplastik (kurze Narbe): Ist die Erschlaffung begrenzt und vor allem im oberen Armbereich ausgeprägt, wird der Schnitt in die Achselhöhle verlegt und dort verborgen. Weil die Narbe in der Achsel liegt, fällt sie kaum auf.
- Standard-Brachioplastik (klassisch): Bei deutlichem Hautüberschuss, insbesondere nach starker Gewichtsabnahme, verläuft der Schnitt von der Achsel entlang der Oberarminnenseite bis zum Ellenbogen. Überschüssige Haut und Fett werden gemeinsam entfernt. Diese Technik hinterlässt die auffälligste Narbe – ist zugleich aber häufig der einzige Ansatz, der einen ausgeprägten Hautüberschuss beseitigen kann.
Bei manchen Patienten reicht der Hautüberschuss über die Achsel hinaus bis zur seitlichen Brustwand; dann wird der Schnitt in diese Region verlängert (erweiterte Brachioplastik). Welche Technik geeignet ist, entscheidet sich bei der Untersuchung anhand der Frage, wie viel Haut überschüssig und wie straff sie noch ist.
Ein Zusammenhang muss hier offen ausgesprochen werden: Je mehr Erschlaffung beseitigt wird, desto länger fällt auch die Narbe aus. Das ist die grundlegende Realität der Oberarmstraffung, und der Patient sollte seine Entscheidung im Bewusstsein dieser Abwägung treffen.
Wer ist geeignet, wer nicht?
Eine Oberarmstraffung eignet sich für Menschen, die unter erschlaffter Haut an der Innenseite und/oder hartnäckigem Fettüberschuss leiden, deren allgemeiner Gesundheitszustand einen Eingriff erlaubt und deren Erwartungen realistisch sind. Die typischste Kandidatengruppe sind Menschen, die deutlich abgenommen haben und bei denen ein Hautüberschuss zurückgeblieben ist.
Eine alte Fehlvorstellung sei hier richtiggestellt: Die Annahme, eine Oberarmstraffung sei „im fortgeschrittenen Alter nicht möglich“, trifft nicht zu. Im Gegenteil – die mittlere und höhere Altersgruppe, in der die Hautelastizität nachlässt und Gewichtsveränderungen häufig sind, ist die Gruppe, bei der dieser Eingriff am häufigsten durchgeführt wird. Ausschlaggebend ist nicht das kalendarische Alter, sondern der allgemeine Gesundheitszustand und die Beschaffenheit des Gewebes.
Bestimmte Situationen verschieben den Eingriff jedoch oder verändern die Planung:
- Ein noch nicht stabiles Gewicht. Nach bariatrischer Chirurgie oder einer großen Diät wird abgewartet, bis der Gewichtsverlust zum Stillstand kommt und sich das Gewicht stabilisiert; in der Regel werden nach Erreichen des Zielgewichts mindestens sechs Monate Stabilität erwartet. Wird operiert, während das Gewicht noch fällt, kann sich das Ergebnis wieder verschlechtern.
- Unkontrollierter Diabetes, Gerinnungsstörungen, unkontrollierter Bluthochdruck oder eine aktive Infektion – Zustände, die das operative Risiko erhöhen.
- Lymphödem in der Vorgeschichte. Wenn am Arm zuvor der Lymphabfluss beeinträchtigt wurde (etwa durch die Entfernung von Lymphknoten nach einer Brustkrebsoperation), wird ein Eingriff in dieser Region besonders sorgfältig abgewogen.
- Rauchen ist kein absolutes Hindernis; da es jedoch die Wundheilung und die Hautdurchblutung beeinträchtigt, wird meist verlangt, mindestens drei bis vier Wochen vor dem Eingriff damit aufzuhören.
- Unrealistische Erwartungen an die Narbe. Bei einem Patienten, der keinerlei Narbe akzeptieren möchte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein narbenhinterlassendes Verfahren in Unzufriedenheit endet.
Bei jungen Patienten mit guter Hautqualität, deren Problem allein im Fettüberschuss besteht, ist eine Straffung dagegen häufig gar nicht nötig; in dieser Gruppe kann die Liposuktion allein ausreichen.
Untersuchung und Planung: Wie wird entschieden?
Die Erstuntersuchung ist die Phase, in der die Technik festgelegt wird – und damit ebenso entscheidend wie der Eingriff selbst. Ihr Arzt beurteilt den Arm im Stehen, mit leicht abgespreizten Armen, denn in dieser Haltung zeigt sich die Erschlaffung am deutlichsten.
Bei der Beurteilung wird mehreres zusammen betrachtet: die Elastizität der Haut (wie schnell sich eine zusammengedrückte und wieder losgelassene Hautfalte zurückbildet), die Menge des Fettgewebes, an welcher Stelle des Arms die Erschlaffung sich konzentriert und ob sie bis zur Achsel oder zur seitlichen Brustwand reicht. Diese Einschätzung beantwortet die Frage, ob nur Fett abgesaugt oder auch Haut entfernt wird.
Vereinfacht gesagt: Zieht sich die Haut nach dem Zusammendrücken rasch zurück und besteht der Überschuss vorwiegend aus Fett, rückt die Liposuktion in den Vordergrund. Bildet sich die Haut nach dem Dehnen nicht zurück und bleibt sie wie ein Vorhang in der Hand liegen, kommt die Straffung ins Spiel.
Der zweite Teil der Untersuchung ist die allgemeine Gesundheitsprüfung. Blutuntersuchungen und eine Anästhesiebewertung werden durchgeführt. Bei Patienten mit Gewichtsabnahme in der Vorgeschichte sind der Ernährungszustand sowie Eiweiß- und Eisenwerte besonders wichtig, denn eine Mangelernährung erschwert die Wundheilung. Alle Medikamente, die Sie einnehmen – insbesondere Blutverdünner und regelmäßig eingenommene pflanzliche Präparate –, müssen Sie in diesem Gespräch vollständig angeben.
Das wichtigste Gespräch dreht sich um die Narbe. Ein erfahrener Arzt erklärt vor dem Eingriff klar, wo die Narbe verlaufen wird, wie sie in den ersten Monaten aussieht und wie sie sich mit der Zeit verändert. Diese Erwartungssteuerung ist vielleicht der wichtigste Baustein der Patientenzufriedenheit.
Die Entscheidung ist nie einseitig. Der Arzt legt dar, was anatomisch möglich ist und welchen Preis das an Narbe kostet, der Patient benennt seine Priorität (weniger Narbe oder mehr Straffung), und der Plan entsteht im Schnittpunkt dieser beiden.
Technische Optionen im Vergleich
Die folgende Tabelle stellt die drei grundlegenden Ansätze nebeneinander. Genaue Zeiten und der Heilungsverlauf schwanken je nach Person und Umfang des Eingriffs.
| Reine Liposuktion | Mini-Brachioplastik (kurze Narbe) | Standard-Brachioplastik | |
|---|---|---|---|
| Geeignet für | Elastische Haut, Problem vorwiegend Fett | Begrenzte Erschlaffung, im oberen Arm konzentriert | Deutlicher Hautüberschuss, häufig nach Gewichtsverlust |
| Hauptziel | Verringerung des Fettvolumens | Begrenzte Haut- und Fettentfernung | Umfangreiche Haut- und Fettentfernung |
| Narbe | So klein wie ein Nadelstich, wenige Millimeter | In der Achsel verborgen | Von der Achsel zum Ellenbogen, entlang der Oberarminnenseite |
| Anästhesie | Lokal + Sedierung oder Vollnarkose | Vollnarkose (in manchen Fällen Sedierung) | Vollnarkose |
| Eingriffsdauer | Etwa 1 Stunde | 1,5–2 Stunden | 2–3 Stunden |
| Klinikaufenthalt | Meist am selben Tag | Selber Tag oder 1 Nacht | Meist 1 Nacht |
| Rückkehr zur Arbeit (Büro) | 3–5 Tage | 7–10 Tage | 10–14 Tage |
Reine Liposuktion
Bei Patienten mit guter Hautqualität wird über dünne Kanülen das überschüssige Fett an der Innen- und Rückseite des Arms abgesaugt. Da die Zugänge nur wenige Millimeter groß sind, ist die Narbe praktisch nicht wahrnehmbar. Die Grenze dieses Verfahrens ist klar: Es entfernt Fett, aber keinen Hautüberschuss. Hat die Haut ihre Elastizität bereits verloren, kann das Absaugen des Fetts die Erschlaffung mitunter sogar deutlicher hervortreten lassen. Ob die Liposuktion allein genügt, wird deshalb bei der Untersuchung sorgfältig abgewogen.
Mini-Brachioplastik (kurze Narbe)
Ist die Erschlaffung begrenzt und vor allem im oberen, achselnahen Armbereich gesammelt, wird der Schnitt in die Achselgrube verlegt. Die überschüssige Haut wird von dort entfernt, und die Narbe bleibt selbst bei seitlich abgespreiztem Arm größtenteils in der Achsel verborgen. Meist wird dieses Verfahren mit einer Liposuktion kombiniert. Bei Patienten mit Erschlaffung entlang des gesamten Arms bleibt diese Technik unzureichend.
Standard-Brachioplastik (klassisch)
Dies ist die Technik der Wahl bei deutlichem Hautüberschuss, besonders nach starker Gewichtsabnahme. Der Schnitt beginnt in der Achsel und verläuft entlang der Oberarminnenseite bis zum Ellenbogen. Überschüssige Haut und Fett werden gemeinsam entfernt und der Arm neu geformt. Dies ist das Verfahren, das eine ausgeprägte Erschlaffung beseitigen kann – im Gegenzug hinterlässt es die längste Narbe. Die Schnittlinie wird so an der Innenseite platziert, dass sie beim Blick von der Seite möglichst nicht sichtbar ist.
Reicht der Hautüberschuss bis zur seitlichen Brustwand, wird der Schnitt in diese Region verlängert. Dieser erweiterte Ansatz lässt sich als Teil der Körperkonturierung nach Gewichtsabnahme im selben Rahmen mit anderen Eingriffen wie einer Bauchdeckenstraffung planen.
Narbenmanagement: das meistgestellte Thema
Bei der Oberarmstraffung ist die Narbe der entscheidendste und der Punkt, über den am ehrlichsten gesprochen werden muss. Vorweg gesagt: Jede Technik, die Haut entfernt, hinterlässt eine bleibende Narbe. Die Frage ist nicht, ob eine Narbe entsteht, sondern wie auffällig sie ist und wie sie ausreift.
Der Verlauf der Narbe folgt bei den meisten Patienten einem ähnlichen Weg. In den ersten zwei bis drei Monaten ist sie rot, erhaben und deutlich. Zwischen dem dritten und sechsten Monat wechselt die Farbe ins Rosa, die Erhabenheit nimmt ab. Innerhalb von 12 bis 18 Monaten verblasst die Narbe bei den meisten Patienten, flacht ab und neigt dazu, sich in eine feine, hautfarbennahe Linie zu verwandeln. Dieser Prozess verläuft jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich; Hautbeschaffenheit, Veranlagung, Rauchen und die Qualität der Pflege beeinflussen das Ergebnis.
Bei manchen Patienten kann die Narbe stärker erhaben (hypertroph) oder verdickt (Keloid) ausfallen. Dieses Risiko ist besonders bei Menschen mit Keloidneigung und bei dunkleren Hauttypen erhöht; wenn Sie in der Vergangenheit Probleme mit Narben hatten, sollten Sie dies bei der Untersuchung unbedingt angeben.
Zur Unterstützung der Narbenqualität können Silikongel oder Silikonpflaster, Sonnenschutz bis zur Ausreifung der Narbe und bei Bedarf zusätzliche narbengerichtete Behandlungen empfohlen werden. Keine Methode kann versprechen, die Narbe vollständig verschwinden zu lassen; das Ziel ist, sie so unauffällig und verborgen wie möglich zu halten.
Wie verläuft der Operationstag?
Die Standard-Brachioplastik wird unter Vollnarkose in der Klinik durchgeführt; eine reine Liposuktion lässt sich in manchen Fällen mit örtlicher Betäubung und Sedierung vornehmen. Sie kommen morgens nüchtern. Das Anästhesieteam führt die letzte Bewertung durch, und Ihr Chirurg zeichnet die Schnittführung sowie die Grenzen der zu entfernenden Haut auf dem Arm ein, während Sie stehen. Diese Zeichnung ist die Landkarte des Eingriffs und wird stets in aufrechter Haltung angefertigt, wenn die Wirkung der Schwerkraft sichtbar ist.
Je nach gewählter Technik dauert der Eingriff etwa 1 bis 3 Stunden. Beim Aufwachen tragen Sie an den Armen einen elastischen Kompressionsverband oder ein spezielles Kompressionskleidungsstück; dieser Druck verringert die Schwellung und hilft dem Gewebe, sich in seine neue Lage zu setzen. In manchen Fällen wird eine dünne Drainage gelegt, um angesammelte Flüssigkeit abzuleiten; sie wird meist innerhalb weniger Tage entfernt.
In den ersten Stunden sind ein Spannungs-, Fülle- und Druckgefühl am Arm normal. Der Schmerz lässt sich bei den meisten Patienten mit regelmäßigen Schmerzmitteln gut beherrschen. Die Arme über Herzhöhe zu halten ist ein Rat, der in den ersten Tagen häufig gegeben wird, um die Schwellung zu mindern. Bei der Entlassung sollte Sie jemand begleiten, und in den ersten 24 Stunden dürfen Sie kein Fahrzeug führen.
Heilung Woche für Woche
Die ersten 72 Stunden. Dies ist die empfindlichste Phase. Die Arme werden häufig mit Kissen gestützt hochgelagert, was die Schwellung mindert. Sie sollen es vermeiden, die Arme über Schulterhöhe zu heben, und auf Schieben, Ziehen und anstrengende Bewegungen verzichten. Das Kompressionskleidungsstück wird nahezu ganztägig getragen. Wann Sie duschen dürfen, legt Ihr Arzt je nach Verbandsregime fest.
1. Woche. Schwellung und Bluterguss sind am deutlichsten ausgeprägt; das Aussehen des Arms in dieser Phase spiegelt nicht das Endergebnis wider. Ist eine Drainage vorhanden, wird sie meist in diesem Zeitraum entfernt. Vorsichtig wird zu leichten Alltagsaufgaben zurückgekehrt, aber keine Bewegung ausgeführt, die die Armmuskulatur belastet.
2. Woche. Die Nähte lösen sich je nach Technik von selbst auf oder werden in dieser Woche entfernt. Die Schwellung beginnt zurückzugehen. Die meisten Bürobeschäftigten können in diesem Zeitraum an die Arbeit zurückkehren; bei Tätigkeiten, die den Armeinsatz erfordern, verlängert sich die Dauer. Autofahren wird freigegeben, sobald Sie spüren, dass ein plötzliches Manöver keine Schwierigkeiten bereitet, und der Bedarf an Schmerzmitteln beendet ist.
3.–4. Woche. Bewegung im Gehtempo ist meist wieder erlaubt. Das Kompressionskleidungsstück wird auch in dieser Phase weiter getragen; die Gesamttragedauer beträgt meist 4 bis 6 Wochen. Schweres Heben und Bewegungen, die die Armmuskulatur belasten, sind weiterhin eingeschränkt.
6. Woche. Bei den meisten Patienten werden Oberkörperübungen schrittweise wieder freigegeben. Bis der Arm seine volle Kraft und seinen vollen Bewegungsumfang erreicht, dauert es etwa bis zu diesem Zeitpunkt. Schwimmen und Schwimmbadbesuche werden in dieser Phase erlaubt, sofern die Wundheilung abgeschlossen ist.
3.–6. Monat. Die Schwellung löst sich weitgehend auf, die endgültige Form des Arms zeichnet sich ab. Die Narben beginnen, von der Rötung ins Rosa und von dort zu einem blassen Ton auszureifen.
12. Monat. Das dem Endergebnis nächste Bild – in Form und Narbe – zeigt sich in diesem Zeitraum. Bis die Narbe ihren endgültigen Zustand erreicht, kann es mitunter 18 Monate dauern. Kontrolluntersuchungen laufen während dieses gesamten Zeitplans in geplanten Abständen weiter und werden für jeden Patienten nach seiner eigenen Heilungsgeschwindigkeit angepasst.
Ein praktischer Hinweis: Sonne kann auf einer noch nicht ausgereiften Narbe eine dauerhafte Dunkelfärbung verursachen. In den Monaten, in denen kurze Ärmel getragen werden, hilft es, die Narbenregion mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor zu schützen, damit die Narbe unauffälliger bleibt.
Risiken und Komplikationen
Kein chirurgischer Eingriff ist risikofrei, und die Oberarmstraffung bildet keine Ausnahme. Das Folgende tritt nicht bei jedem Patienten auf; das meiste ist selten, kann aber vorkommen. Die Entscheidung für einen Eingriff sollte mit diesem Wissen getroffen werden.
- Auffällige oder erhabene Narbe. Dies ist das am häufigsten besprochene Thema der Oberarmstraffung. Die Narbe ist bleibend; bei einem Teil der Patienten kann sie stärker erhaben (hypertroph) oder als Keloid ausfallen.
- Serom. Eine Flüssigkeitsansammlung unter der Haut; bei der Oberarmstraffung ein vergleichsweise häufiges Vorkommnis. Es kann nötig sein, sie mit einem kleinen Eingriff abzuleiten. Das Kompressionskleidungsstück hilft, dieses Risiko zu verringern.
- Hämatom. Eine Blutansammlung im Operationsgebiet; manchmal muss sie entleert werden.
- Infektion und Wundheilungsstörung. Besonders bei Rauchern und Patienten mit mangelhafter Ernährung treten Wundheilungsprobleme häufiger auf.
- Nervenschädigung. Durch Beeinträchtigung der Gefühlsnerven an der Oberarminnenseite (besonders des inneren Unterarm-Hautnervs) kann an der Innenseite des Ober- und Unterarms ein vorübergehendes, selten bleibendes Taubheits- oder Kribbelgefühl auftreten.
- Lymphödem / Schwellung. Durch Beeinträchtigung des Lymphabflusses kann eine Schwellung am Arm oder an der Hand entstehen; meist ist sie vorübergehend, erfordert aber bei Patienten mit vorbestehender Schädigung des Lymphsystems besondere Aufmerksamkeit.
- Asymmetrie. Zwischen beiden Armen kann ein Unterschied in Form, Narbe oder Straffung bestehen; kleine Korrekturen können erforderlich werden.
- Risiken der Vollnarkose.
Diese Liste soll Ihnen keine Angst machen, sondern in Ihre Entscheidung eingehen. Eine geeignete Patientenauswahl, ein erfahrenes Team und eine regelmäßige Nachsorge verhindern die meisten dieser Risiken oder erkennen sie früh. Dennoch geben Aussagen wie „es bleibt gar keine Narbe“ oder „es ist risikofrei“ die Wahrheit nicht wieder.
Gibt es nicht-operative Möglichkeiten zur Armstraffung?
Das ist eine häufig gestellte Frage, und die ehrliche Antwort lautet: Nicht-operative Verfahren können nur bei sehr leichter Erschlaffung und guter Hautqualität einen begrenzten Beitrag leisten; bei deutlicher Erschlaffung ersetzen sie die Chirurgie nicht.
Gerätegestützte Anwendungen wie Radiofrequenz und fokussierter Ultraschall zielen darauf ab, unter der Haut Wärme zu erzeugen, die Kollagenbildung anzuregen und eine gewisse Straffung der Haut zu erreichen. Ihre Wirkung ist moderat, sie können mehrere Sitzungen erfordern und ihre Beständigkeit ist begrenzt. Steht der Fettüberschuss im Vordergrund, kommen mitunter nicht-operative Verfahren zur Fettreduktion infrage; auch diese beseitigen jedoch keinen Hautüberschuss.
Kurz gesagt kommt es auf die Erwartung an: Von einem Patienten mit vorhangartig herabhängender Haut am Arm ist es nicht realistisch, von diesen Verfahren ein dramatisches Ergebnis zu erwarten. In dieser Gruppe ist die Lösung chirurgisch. Bei Patienten mit leichter Erschlaffung, die keine Narbe wünschen, können nicht-operative Optionen dagegen ein sinnvoller Anfang sein. Welches Verfahren für Sie geeignet ist, entscheidet die Untersuchung.
Beständigkeit: Wie lange hält das Ergebnis, kehrt die Erschlaffung zurück?
Bei der Oberarmstraffung kommt die entfernte Haut nicht zurück; in diesem Sinne ist das Ergebnis langlebig. Doch der Körper lebt weiter, und einige Faktoren können das Bild mit der Zeit verändern.
Der entscheidendste Faktor ist die Gewichtsstabilität. Deutliches Zu- und Abnehmen nach dem Eingriff kann die verbliebene Haut erneut lockern und die Erschlaffung teilweise zurückbringen. Deshalb wird der Eingriff in einer Phase geplant, in der sich das Gewicht stabilisiert hat. Der zweite Faktor ist die Alterung: Die Hautelastizität nimmt über die Jahre weiter ab, sodass der Arm seine anfängliche Straffheit nicht eins zu eins behält. Das ist ein natürlicher Vorgang und bedeutet kein Scheitern des Eingriffs.
Was am meisten zum Erhalt der erreichten Form beiträgt, klingt alltäglich, ist aber wahr: ein stabiles Gewicht, regelmäßige Bewegung und die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit. Auf diesem Fundament aufgebaut, neigt die Oberarmstraffung dazu, über viele Jahre ein zufriedenstellendes Ergebnis zu liefern.