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Schnurrbart- Transplantation

30.03.2019 11.07.2026 Prof. Dr. Hayati AKBAŞ 19 Min. Lesezeit
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Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Autor
Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Plastik, Rekonstrüktif ve Estetik Cerrahi Uzmanı

Prof. Dr. Hayati AKBAŞ hat viele wissenschaftliche Studien, Artikel in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, und viele wissenschaftliche Studien werden auf na...

Bei manchen Männern wächst der Schnurrbart überhaupt nicht, bei anderen bleibt er inselartig dünn, und bei wieder anderen klafft mitten in der Oberlippe eine Lücke, oft rund um eine Narbe oder Brandverletzung. Wer diese Lücke jeden Morgen im Spiegel sieht, empfindet die unregelmäßige Linie über der Oberlippe irgendwann nicht mehr als Stilfrage, sondern als Frage danach, wie man sich selbst wahrnimmt. Es gibt viele Männer, die gern einen Bart tragen würden, aber daran scheitern, dass der Schnurrbart ausbleibt, und die die Lücke am Ende mit einem Kajalstift zu kaschieren versuchen.

Genau an diesem Punkt kommt die Schnurrbarttransplantation ins Spiel: das Verpflanzen körpereigener Haarwurzeln aus dem Nacken in den dünn bewachsenen oder unbehaarten Bereich der Oberlippe, Wurzel für Wurzel. Die Grundidee entspricht der einer Haartransplantation, doch die Ausführung verlangt deutlich feinere Handarbeit. Denn hier geht es um wenige Quadratzentimeter mitten im Gesicht, in einem Bereich, auf den jeder Gesprächspartner zuerst blickt; schon ein kleiner Winkelfehler fällt auf.

Diese Seite behandelt die Schnurrbarttransplantation in der Reihenfolge, in der ein Patient sich die Fragen tatsächlich stellt: Was leistet der Eingriff wirklich, wer ist ein geeigneter Kandidat und wer nicht, worin unterscheiden sich FUE und DHI, sieht das Ergebnis natürlich aus, wann darf man sich wieder rasieren und sind die verpflanzten Haare dauerhaft? Ziel ist nicht, Sie zu einer Entscheidung zu drängen, sondern dafür zu sorgen, dass Sie mit den richtigen Fragen in die Untersuchung gehen.

Bıyık Ekimi - Doç. Dr. Hayati Akbaş Yönetiminde

Was ist eine Schnurrbarttransplantation?

Bei der Schnurrbarttransplantation werden Grafts aus dem Nackenbereich (dem Spenderareal), wo die ausfallresistenten Haarwurzeln dicht sitzen, in die Oberlippe verpflanzt, dorthin, wo der Bartwuchs dünn ist oder ganz fehlt (das Empfängerareal). Es wird kein neues Haar „erzeugt“; das eigene Haar der Person wird lediglich in den unbehaarten Bereich verlagert. Deshalb hängt der Erfolg des Eingriffs maßgeblich von der Qualität des Spenderareals und von einer sorgfältig geplanten Gestaltung mit korrektem Winkel ab.

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert je nach Zahl der Grafts meist zwei bis vier Stunden. Nähte sind nicht erforderlich. Die Oberlippe ist ein Bereich, in dem die mimische Muskulatur ständig in Bewegung ist und die Haut dünn sowie gut durchblutet; das macht die Transplantation technisch anspruchsvoller als auf der behaarten Kopfhaut. Entscheidend ist hier die Natürlichkeit des Austrittswinkels: Bei einem natürlichen Schnurrbart wachsen die Haare nach unten, nahezu flach an der Haut anliegend und parallel zum Lippenrand. Wird dieser Winkel verfehlt, wirkt das Ergebnis „transplantiert“, selbst wenn die Grafts vollständig anwachsen.

Graft und Spenderareal

Ein Graft ist nicht ein einzelnes Haar, sondern eine kleine Gewebeeinheit, die eine bis mehrere Haarwurzeln enthält. Anders als in anderen Bereichen werden bei der Schnurrbarttransplantation überwiegend einwurzelige (follikuläre) Grafts bevorzugt. Der Grund ist die Natürlichkeit: Natürliche Barthaare treten einzeln aus der Haut; wenn aus einem Punkt gleich zwei oder drei Haare herausschießen, entsteht ein künstlicher Eindruck. Deshalb sortiert der Arzt die entnommenen Grafts unter Mikroskop oder Lupe und setzt die feinsten, einwurzeligen Einheiten in die vordere Reihe der Oberlippe.

Als Spenderareal dient in der Regel der Nacken; die Wurzeln dort sind genetisch weitgehend resistent gegenüber dem Hormon DHT, das für den erblich bedingten Haarausfall verantwortlich ist. Reicht der Nacken nicht aus, können je nach ärztlicher Beurteilung auch Bereiche wie die Region unterhalb des Bartes in Betracht kommen. Die benötigte Graftzahl ist bei der Schnurrbarttransplantation im Vergleich zur Haartransplantation gering; je nach Ausdehnung und Dichte der Lücke wird meist im Bereich von 300 bis 800 Grafts geplant.

Worin unterscheidet sich die Schnurrbart- von der Barttransplantation?

Beide sind Verfahren zur Gesichtsbehaarung und beruhen auf derselben FUE-DHI-Logik, doch identisch sind sie nicht. Der Unterschied liegt in Größe und Feinheit des bearbeiteten Areals.

Die Schnurrbarttransplantation umfasst allein die Oberlippe; ein kleiner, schmaler Bereich, bei dem die Symmetrie entscheidend ist. In der Regel genügen einige Hundert Grafts, sämtlich einwurzelig und im flachen Winkel parallel zum Lippenrand gesetzt. Die Barttransplantation dagegen erstreckt sich auf eine sehr viel größere Fläche wie Wangen, Kinn, Koteletten und Halspartie; sie kann mehrere Tausend Grafts erreichen, und je nach Region werden ein- und mehrwurzelige Grafts gemischt eingesetzt. Während bei der Barttransplantation eine klar definierte Kinnlinie und volle Wangen angestrebt werden, geht es bei der Schnurrbarttransplantation vor allem um die Symmetrie der Oberlippe und den flachen, nach unten gerichteten Winkel der Haare.

Bei vielen Patienten werden beide Eingriffe gemeinsam geplant; damit die Ecken, an denen Schnurrbart und Bart zusammentreffen (die Lippenwinkel), harmonisch wirken, betrachtet das Team beide Bereiche als eine einzige Gestaltung. Wie mit dünnen Stellen im Bartbereich umgegangen wird, finden Sie auf der entsprechenden Seite ausführlich beschrieben.

Sind Sie für eine Schnurrbarttransplantation geeignet?

Der erste Schritt zur Entscheidung ist nicht die Frage „welche Technik“, sondern „bin ich ein geeigneter Kandidat“. Die Eignung richtet sich nicht nach einem einzelnen Kriterium, sondern nach mehreren Faktoren: der Ursache des Haarverlusts, der Kapazität des Spenderareals, dem Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Realistik der Erwartungen.

Ein typisches Profil für gut geeignete Kandidaten sieht so aus:

  • Männer, bei denen der Schnurrbart genetisch bedingt gar nicht oder nur sehr dünn wächst
  • Personen mit lokalen Lücken infolge von Verbrennungs-, Schnitt-, Operations- oder Verletzungsnarben
  • Menschen, bei denen nach einer früheren Erkrankung (etwa einem begrenzten kreisrunden Haarausfall) eine bleibende Lücke zurückgeblieben ist und die Erkrankung nicht mehr aktiv ist
  • Personen, deren Spenderareal, also der Nackenbereich, ausreichend dicht und gesund ist
  • Menschen, die sich im Rahmen einer Geschlechtsangleichung eine Gesichtsbehaarung wünschen

In manchen Fällen wird der Eingriff dagegen verschoben oder nicht empfohlen. Besteht ein aktiver, immunologisch bedingter Haarausfall wie der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata), sollte die Situation zunächst unter Kontrolle gebracht werden, da bei aktiver Erkrankung auch die verpflanzten Wurzeln angegriffen werden können. Ein nicht eingestellter Diabetes und Erkrankungen, die die Wundheilung stören, Blutungs- und Gerinnungsstörungen, die nicht pausierbare Einnahme von Blutverdünnern, eine ausgeprägte Neigung zu Keloiden (überschießendem Narbengewebe) sowie eine akute Hautinfektion im Bereich der Oberlippe gehören zu den Situationen, in denen der Arzt den Eingriff verschiebt oder als nicht geeignet ansieht. Ist das Spenderareal selbst großflächig ausgedünnt, sodass keine gesunden Wurzeln zur Verpflanzung zur Verfügung stehen, ist die Transplantation häufig nicht die richtige Wahl.

Warum liegt die untere Altersgrenze meist bei etwa 24 Jahren?

Eine häufige Frage: Warum sind die meisten Ärzte vor dem 24. oder 25. Lebensjahr bei einer Schnurrbarttransplantation zurückhaltend? Der Grund liegt darin, dass sich die Gesichtsbehaarung bei Männern bis in ein späteres Alter weiterentwickelt. Der Schnurrbart eines Mannes, der zwischen 18 und 22 dünn erscheint, kann sich in den folgenden Jahren durch die hormonelle Reifung von selbst füllen. Ein in dieser Phase durchgeführter Eingriff kann dazu führen, dass zusätzliche Grafts über ohnehin nachwachsende Haare gesetzt werden oder eine unnötige Behandlung erfolgt.

Hinzu kommt, dass im jungen Alter gezogene Konturen und geplante Dichten unpassend wirken können, sobald die Gesichtszüge weiter ausreifen. Deshalb wird bei jüngeren Patienten meist geraten, einige Jahre abzuwarten und in dieser Zeit den natürlichen Verlauf des Bartwuchses zu beobachten. Die endgültige Entscheidung fällt stets nach Untersuchung und ärztlicher Beurteilung; das Alter allein ist weder ein Hindernis noch eine hinreichende Voraussetzung.

Untersuchung und Planung: Die halbe Miete entscheidet sich am Planungstisch

Eine gute Beratung zur Schnurrbarttransplantation kann nicht in einem flüchtigen Blick von wenigen Minuten bestehen. In der Untersuchung geschieht typischerweise Folgendes:

Die Ursache der Lücke wird abgeklärt. Ist der Haarverlust genetisch bedingt, geht er auf eine Narbe zurück oder ist er die Spur einer Erkrankung wie des kreisrunden Haarausfalls? Der Unterschied in der Ursache beeinflusst sowohl die Eignung für den Eingriff als auch die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses unmittelbar. Bei Verdacht auf kreisrunden Haarausfall wird bei Bedarf zunächst eine dermatologische Abklärung veranlasst.

Das Spenderareal wird beurteilt. Die tatsächliche Dichte im Nacken sowie Stärke und Farbe der Haare werden geprüft. Da Barthaare meist dicker und glatter sind, wird vorab abzuschätzen versucht, wie gut das Nackenhaar zum Schnurrbart passen wird.

Die Gestaltung erfolgt gemeinsam. Symmetrie der Oberlippe, Abstand zum Lippenrand und Wuchsrichtung der Haare werden gemeinsam vor dem Spiegel festgelegt. Wie viele Grafts wohin gesetzt werden, welcher Winkel gewählt wird und wie bei Bedarf die Abstimmung mit dem Bart erfolgt, wird in diesem Schritt geklärt. Bei der Schnurrbarttransplantation ist die Gestaltung wichtiger als die reine Graftzahl; sind Symmetrie und Winkel nicht korrekt angelegt, wirkt das Ergebnis nicht natürlich, gleichgültig wie viele Grafts gesetzt werden.

Falls erforderlich, werden Blutuntersuchungen veranlasst. Aus Gründen der Eingriffssicherheit gehören Gerinnungsparameter und Screenings auf Infektionskrankheiten zur Routine vor dem Eingriff. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, insbesondere Blutverdünner, müssen Sie dies in dieser Phase unbedingt Ihrem Arzt mitteilen; kein Medikament sollte eigenmächtig abgesetzt oder begonnen werden.

Technische Optionen: FUE und DHI

Bei der Schnurrbarttransplantation wird am meisten über die Namen der Techniken gesprochen, doch eine wichtige Tatsache wird oft übersehen: FUE und DHI sind keine zwei konkurrierenden, voneinander getrennten Welten. FUE ist im Kern ein Entnahmeverfahren, DHI im Kern ein Einbringungsverfahren. Bei beiden Ansätzen werden die Grafts einzeln mit einem Mikromotor aus dem Spenderareal entnommen; der Unterschied liegt darin, wie sie in das Empfängerareal eingesetzt werden.

FUE (follikuläre Einheitenextraktion)

Bei der FUE werden die Grafts mit einem Mikromotor, dessen zylindrische Spitzen etwa 0,7 bis 0,9 mm Durchmesser haben, einzeln aus dem Nacken entnommen. Es gibt keine Schnitte und keine Nähte; an jeder Entnahmestelle bleiben punktförmige Male zurück, die nach der Abheilung bei den meisten Patienten allenfalls bei sehr kurz geschnittenem Haar erkennbar sind. „Es bleiben überhaupt keine Narben“ zu sagen, wäre nicht korrekt; richtig ist, dass sichtbare Male nicht zu erwarten sind.

Bei der klassischen FUE werden die entnommenen Grafts nach einer Aufbewahrungsphase zunächst mit feinen Spitzen in die Oberlippe eingebracht, indem im gewünschten Winkel Kanäle geöffnet werden; anschließend werden die Grafts einzeln in diese Kanäle gesetzt. Das Öffnen der Kanäle ist der kritischste Schritt für die Natürlichkeit, weil es Austrittswinkel und Richtung des Haares festlegt.

DHI (Direktimplantation / Choi-Stift-Technik)

Bei der DHI werden die Grafts ebenfalls mit dem Mikromotor entnommen; der Unterschied liegt in der Einbringung. Es werden keine Kanäle vorab geöffnet. Der Graft wird in einen stiftförmigen Implanter (Choi-Stift) mit feiner Nadelspitze geladen, und in einem einzigen Zug werden Kanal und Graftsetzung zugleich ausgeführt.

Die praktischen Vorteile dieses Ansatzes bei der Schnurrbarttransplantation sind deutlich: Da Kanal und Graftgröße exakt übereinstimmen, lässt sich dicht und kontrolliert einsetzen, der Winkel ist besser beherrschbar, und die Transplantation zwischen vorhandene dünne Haare ist mit geringerem Risiko einer Schädigung dieser Haare möglich. In einem kleinen und empfindlichen Bereich wie der Oberlippe wird DHI wegen dieses Kontrollvorteils häufig bevorzugt. Demgegenüber kann die DHI länger dauern und reagiert empfindlicher auf die Erfahrung des Teams.

Vergleichstabelle

Merkmal FUE DHI (Choi-Stift)
Graftentnahme einzeln mit Mikromotor einzeln mit Mikromotor (wie bei FUE)
Einbringung zuerst Kanal öffnen, dann Graft setzen Kanalöffnung und Setzung in einem Zug
Winkelkontrolle gut; abhängig von der Kanalöffnung sehr präzise; im kleinen Areal vorteilhaft
Setzen zwischen vorhandene Haare möglich geringeres Risiko für benachbarte Haare
Spendermale punktförmig, sichtbare Male nicht zu erwarten wie bei FUE
Eingriffsdauer meist kürzer kann je nach Graftzahl länger sein
Typisches geeignetes Szenario große, unbehaarte Oberlippenfläche Verdichtung dünner Areale, feine Winkelarbeit
Nähte keine keine

Die Einschätzungen in der Tabelle sind durchschnittliche Tendenzen; sie variieren je nach Haarstruktur der Person, Ausdehnung der Lücke und Arbeitsweise des Teams. Welche Technik zu Ihnen passt, ergibt sich nicht aus einer Auswahlliste, sondern aus den Befunden der Untersuchung.

Wie verläuft der Tag des Eingriffs?

Die Schnurrbarttransplantation ist ein medizinischer Eingriff, der aus Gründen der Sterilität und der Anästhesiesicherheit in einer entsprechend ausgestatteten Einrichtung und unter ärztlicher Verantwortung durchgeführt werden sollte. Ein durchschnittlicher Tag verläuft folgendermaßen.

Der Morgen beginnt mit Fotodokumentation und der Kontrolle der endgültigen Zeichnung. Die Gestaltung auf der Oberlippe wird gemeinsam ein letztes Mal vor dem Spiegel überprüft; das ist der Moment, in dem Sie das letzte Wort haben, also äußern Sie Ihre Meinung ohne Zögern. Anschließend wird das Spenderareal (Nacken) gekürzt, und die örtliche Betäubung wird zuerst dort und dann an der Oberlippe gesetzt. Die Betäubungsspritzen sind der unangenehmste Teil des Eingriffs, und da die Oberlippe empfindlich ist, sind diese wenigen Minuten spürbar; danach wird der Bereich taub. „Es treten überhaupt keine Schmerzen auf“ lässt sich nicht sagen, doch die Schmerzen sind in der Regel minimal, und die meisten Patienten behalten weniger den Schmerz als die lange Dauer des Tages in Erinnerung.

In der Entnahmephase werden einwurzelige Grafts einzeln aus dem Nacken gewonnen. Je nach Ausdehnung der Lücke werden meist einige Hundert Grafts entnommen. Die gewonnenen Grafts werden unter Mikroskop oder Lupe sortiert; die feinsten, einwurzeligen Einheiten werden für die vordere Reihe der Oberlippe reserviert. Danach folgt je nach Technik das Öffnen der Kanäle mit anschließender Setzung oder das Einbringen mit dem Implanter. Die Richtung der gesetzten Haare wird einzeln am flachen, nach unten gerichteten Fluss eines natürlichen Schnurrbarts ausgerichtet.

Am Ende des Tages wird das Spenderareal verbunden; das Empfängerareal bleibt offen. Die einzunehmenden Medikamente, die Hinweise für die erste Nacht und der Termin zur Haarwäsche werden Ihnen schriftlich erläutert. Da der Eingriff unter örtlicher Betäubung erfolgt, können Sie noch am selben Tag nach Hause zurückkehren.

Heilungsverlauf Woche für Woche

Der Heilungsverlauf ist von Person zu Person unterschiedlich; der folgende Zeitplan spiegelt den durchschnittlichen Verlauf wider, wie er bei den meisten Patienten zu beobachten ist. Da die Oberlippe ein gut durchbluteter Bereich ist, heilt sie in der Regel rasch.

Erste 3 Tage: An der Oberlippe sind eine leichte Schwellung und an den Transplantationspunkten kleine gerötete, verkrustete Stellen zu erwarten; das ist normal und bildet sich kurzfristig zurück. Damit die gesetzten Grafts anwachsen können, sollte der Bereich möglichst wenig bewegt und die Mimik nicht überstrapaziert werden. In den ersten Tagen ist es ratsam, heiße und scharfe Speisen sowie weite Mundbewegungen, die die Lippe dehnen, zu meiden. Das Empfängerareal wird keinesfalls berührt und auch bei Juckreiz nicht gekratzt.

3. bis 4. Tag: Die erste Haarwäsche nach Anleitung wird durchgeführt; üblich sind das Aufweichen der Krusten mit einer Lotion und anschließend eine sanfte Wäsche ohne Druck. Verkrustung und leichter Juckreiz sind in diesen Tagen ausgeprägt. Wichtig ist allein, die Krusten nicht abzulösen und den Bereich nicht zu reiben; die Krusten sollen sich von selbst lösen.

1. Woche: Die kleinen Punkte im Spenderareal sind verschlossen, die Rötung an der Oberlippe deutlich zurückgegangen; die Verkrustung kann noch anhalten. Da die Schwellung abgeklungen ist, kehren die meisten in dieser Phase in den Alltag zurück. Das regelmäßige Fortsetzen der Wäsche beschleunigt die Heilung.

2. bis 4. Woche: Schockverlust. Ein Großteil der gesetzten Haare fällt in dieser Phase aus. Das bedeutet nicht, dass der Eingriff misslungen ist; im Gegenteil, es ist ein erwarteter Teil des Verlaufs. Die Wurzel, deren Versorgung während der Verpflanzung vorübergehend unterbrochen war, tritt in eine Ruhephase ein und stößt den vorhandenen Haarschaft ab; die Wurzel bleibt unter der Haut lebendig und startet einen neuen Wachstumszyklus. In diesen Wochen kann die Oberlippe wieder dünn wirken; dies vorab zu wissen, erspart Ihnen die Sorge bei jedem Blick in den Spiegel.

2. bis 3. Monat: Die neuen Haare beginnen als feine, farblose Härchen hervorzutreten. Der Austritt erfolgt nicht gleichzeitig; ein Bereich kann sich vor einem anderen füllen, das ist normal. Da die Haare in dieser Phase noch fein sind, ist die volle Dichte noch nicht zu erwarten.

4. bis 6. Monat: Die Haare werden weiter dicker und farbiger; der Schnurrbart nimmt Gestalt an. Ein wesentlicher Teil des erwarteten Ergebnisses wird in dieser Phase sichtbar.

6. bis 12. Monat: In diesem Zeitraum festigt sich das Ergebnis. Die Haare erreichen ihre volle Stärke, die Dichte wird deutlich. Das endgültige Erscheinungsbild variiert je nach Haarstruktur der Person und Anwachsrate der Grafts.

Sieht das Ergebnis natürlich aus, ist es erkennbar?

Das ist eine der am häufigsten gestellten Fragen, und die ehrliche Antwort lautet: Natürlichkeit hängt nicht von der Graftzahl ab, sondern von der Qualität der Planung und der Technik. Bei einer gut geplanten Schnurrbarttransplantation kann das Ergebnis nach Abschluss des Prozesses in den meisten Fällen so natürlich wirken, dass es von außen nicht auffällt; denn die gesetzten Haare sind die eigenen Haare der Person und wachsen im normalen Zyklus, lassen sich kürzen und formen.

Drei Faktoren bestimmen die Natürlichkeit. Der erste ist der Austrittswinkel der Haare: Natürliche Barthaare fließen flach an der Haut, nach unten und nach außen; wird dieser Winkel nicht getroffen, wirkt das Bild künstlich, selbst wenn die Grafts anwachsen. Der zweite ist die Wahl einwurzeliger Grafts: Einzeln austretende feine Haare in der vorderen Reihe sorgen für einen natürlichen Übergang. Der dritte ist die Symmetrie: Beide Hälften müssen ausgewogen gestaltet sein.

Eines sollte offen gesagt werden: In den ersten Monaten der Heilung, insbesondere in der Phase des Schockverlusts und des dünnen Austritts, sieht das Ergebnis noch nicht natürlich aus. Eine abschließende Beurteilung ist erst möglich, nachdem die Haare ihre volle Stärke erreicht haben. Geduld ist einer der unsichtbaren, aber wichtigsten Bestandteile dieses Eingriffs.

Wann darf man sich nach einer Schnurrbarttransplantation wieder rasieren?

Die gesetzten Haare beginnen anfangs innerhalb von 15 bis 20 Tagen zu wachsen, und diese ersten Haare lassen sich vorsichtig mit einer Schere kürzen. Bei einer Nassrasur oder Rasur mit dem Trimmer bis fast auf null ist jedoch mehr Vorsicht geboten: Bis die Haut vollständig verheilt und die Grafts fest verankert sind, wird meist in den ersten zwei bis vier Wochen empfohlen, auf eine Rasur zu verzichten, die Druck auf den Bereich ausübt.

Für die dauerhaften Haare, die nach dem Schockverlust austreten, ist die Rasur dagegen völlig frei; denn zu diesem Zeitpunkt sind die Wurzeln verankert und in ihren normalen Zyklus eingetreten. Diese Haare lassen sich wie ein natürlicher Schnurrbart mit Klinge, Trimmer oder Schere formen. Der genaue Zeitpunkt für die Rasur wird von Ihrem Arzt entsprechend Ihrer Heilungsgeschwindigkeit angepasst; in der frühen Phase ist es stets am sichersten, sich an die von Ihrem Arzt genannte Frist zu halten.

Risiken und Komplikationen

Die Schnurrbarttransplantation ist ein unter örtlicher Betäubung durchgeführter Eingriff, für den eine niedrige Komplikationsrate berichtet wird; dennoch gibt es keinen „risikofreien“ chirurgischen Eingriff, und wir raten Ihnen, keine Entscheidung zu treffen, ohne diesen Abschnitt gelesen zu haben.

Häufige und meist von selbst abklingende Erscheinungen: vorübergehende Schwellung an der Oberlippe, leichte Rötung, Verkrustung, Juckreiz und ein vorübergehendes, mitunter über Wochen anhaltendes vermindertes Empfinden im Spenderareal. Diese gehören zum normalen Verlauf der Heilung.

Seltener auftretende Probleme: Follikulitis (Entzündung der Haarwurzel; sie zeigt sich als kleine pickelartige Erhebungen und bildet sich meist mit einfacher Behandlung zurück), Infektion, Blutung, verzögerte Wundheilung und selten bleibende Empfindungsveränderungen im Bereich der Oberlippe. Bei Personen mit Keloidneigung ist das Risiko für Narbengewebe höher.

Daneben gibt es „nicht-medizinische“ Risiken, die die Patientenzufriedenheit am stärksten beeinflussen: Haare, die im falschen Winkel gesetzt werden und deshalb nicht natürlich wirken, eine asymmetrische Gestaltung beider Hälften, eine geringere Dichte als erwartet und eine aufgrund individueller Gewebeeigenschaften niedrige Anwachsrate der Grafts. Das Gegenmittel für diese Gruppe von Risiken ist nicht Technologie, sondern eine korrekte Gestaltung, realistische Erwartungen und ein erfahrenes Team. Bei manchen Patienten kann für dünn gebliebene Bereiche nach dem Klarwerden des ersten Ergebnisses eine zweite Sitzung in Betracht kommen.

Wenn Sie nach dem Eingriff zunehmende Schmerzen, sich ausbreitende Rötung, Austritt von Flüssigkeit oder Fieber bemerken, sollten Sie ohne zu zögern Ihre Einrichtung anrufen. Eine frühzeitige Vorstellung ermöglicht es, die meisten Komplikationen mit einfacheren Mitteln zu behandeln.

Dauerhaftigkeit und Langzeit: Fallen die transplantierten Haare aus?

Die Dauerhaftigkeit der Schnurrbarttransplantation ergibt sich aus der Wahl des Spenderareals. Da die aus dem Nacken entnommenen Wurzeln resistent gegenüber dem Hormon DHT sind, behalten sie diese genetische Eigenschaft auch nach der Verpflanzung in die Oberlippe weitgehend bei, und es ist zu erwarten, dass sie über viele Jahre erhalten bleiben. Das heißt, die Haare, die nach dem Überstehen der Schockverlustphase dauerhaft austreten, neigen dazu, ihren Zyklus wie ein natürlicher Schnurrbart lebenslang fortzusetzen.

Dennoch sind einige Punkte zu unterscheiden. Der Schockverlust in den ersten Monaten ist vorübergehend und sollte nicht mit der Dauerhaftigkeit verwechselt werden; das eigentliche Ergebnis sind die Haare, die nach Abschluss des Prozesses zum Vorschein kommen. Darüber hinaus variiert die Anwachsrate der Grafts von Person zu Person; es gibt keine Garantie, dass jeder gesetzte Graft anwächst, und deshalb kann das Ergebnis schwanken. Selten kann sich mit zunehmendem Alter eine Veränderung der allgemeinen Eigenschaften des Nackenhaars auch auf die verpflanzten Haare übertragen.

Da Barthaare eine etwas andere Beschaffenheit als Nackenhaare haben können, werden die verpflanzten Haare mit der Zeit möglicherweise so kräftig wie ein natürlicher Schnurrbart oder behalten zunächst eine etwas andere Struktur; dies ist ein Punkt, der in der Untersuchung vorab beurteilt werden sollte. Dieselben Transplantationsprinzipien werden auch auf andere Gesichtsbereiche übertragen: Sie sind angepasste Varianten des in diesem Leitfaden beschriebenen Vorgehens mit anderen Dichte- und Winkelberechnungen.

Was tun, wenn das Spenderareal nicht ausreicht?

Da die bei der Schnurrbarttransplantation benötigte Graftzahl gering ist, ist ein Mangel im Spenderareal ein selteneres Problem als bei der Haartransplantation. Dennoch kann es schwierig werden, genügend einwurzelige Grafts für die Oberlippe zu finden, wenn der Nacken von vornherein dünn ist oder ein Teil der Reserve bereits durch eine frühere Haartransplantation verbraucht wurde.

In solchen Fällen können je nach ärztlicher Beurteilung mehrere Wege beschritten werden. Bei manchen Patienten wird die Transplantation entsprechend dem vorhandenen Spenderareal mit weniger Grafts und einer zurückhaltenderen Dichte geplant; statt die Lücke vollständig zu schließen, wird eine natürliche Verdichtung angestrebt. In manchen Fällen kann Unterstützung aus sekundären Spenderarealen wie der Region unterhalb des Bartes herangezogen werden; da Struktur und Farbe dieser Haare jedoch nicht immer exakt zum Schnurrbart passen, ist die Entscheidung individuell. In Fällen, in denen das Spenderareal wirklich unzureichend ist, ist das Verschieben des Eingriffs oder der Verzicht darauf der ehrlichste Ansatz. Wie viele Grafts sicher entnommen werden können und wie sie eingesetzt werden, lässt sich nur durch die Beurteilung des Spenderareals in der Untersuchung bestimmen.

Häufig gestellte Fragen zu Schnurrbart- Transplantation

Der Schockverlust in den ersten zwei bis vier Wochen ist vorübergehend und eine erwartete Phase; die Wurzeln bleiben unter der Haut lebendig. Die Haare, die nach dieser Phase dauerhaft austreten, stammen aus dem Nacken und sind ausfallresistent, weshalb sie über viele Jahre erhalten bleiben dürften. Die verpflanzten Haare wachsen wie ein natürlicher Schnurrbart in ihrem eigenen Zyklus. Da die Anwachsrate der Grafts individuell variieren kann, sind Schwankungen im Ergebnis möglich.
Beide beruhen auf derselben FUE-DHI-Logik. Die Schnurrbarttransplantation umfasst allein die Oberlippe, einen kleinen Bereich mit entscheidender Symmetrie, und erfolgt meist mit einigen Hundert einwurzeligen Grafts. Die Barttransplantation erstreckt sich dagegen auf eine sehr viel größere Fläche wie Wangen, Kinn und Koteletten und kann mehrere Tausend Grafts erreichen. Beide werden häufig gemeinsam als eine einzige, aufeinander abgestimmte Gestaltung geplant.
Die ersten austretenden Haare lassen sich innerhalb von 15 bis 20 Tagen mit einer Schere kürzen. Auf eine Rasur mit Klinge oder Trimmer bis fast auf null sollte meist in den ersten zwei bis vier Wochen verzichtet werden, bis die Haut verheilt und die Grafts verankert sind. Für die dauerhaften Haare nach dem Schockverlust ist die Rasur völlig frei. Die genaue Frist legt Ihr Arzt entsprechend Ihrer Heilungsgeschwindigkeit fest.
Natürlichkeit hängt nicht von der Graftzahl ab, sondern von Planung und Technik. Werden die Haare im richtigen Winkel (flach an der Haut, nach unten fließend), mit einwurzeligen Grafts und symmetrisch gesetzt, kann das Ergebnis nach Abschluss des Prozesses in den meisten Fällen so natürlich wirken, dass es von außen nicht auffällt. Wichtig ist zu wissen, dass es in den ersten Monaten, in der Phase des Schockverlusts und des dünnen Austritts, noch nicht natürlich aussieht.
Häufig sind vorübergehende Schwellung, Rötung, Verkrustung und Juckreiz. Seltener können Follikulitis, Infektion, Blutung, verzögerte Heilung und vorübergehende Empfindungsveränderungen auftreten. Ästhetisch sind Ergebnisse wie ein falscher Winkel, Asymmetrie und geringe Dichte möglich. Bei Keloidneigung steigt das Narbenrisiko. Bei zunehmenden Schmerzen, Austritt von Flüssigkeit oder Fieber sollte umgehend die Einrichtung kontaktiert werden.
Da eine Schnurrbarttransplantation wenige Grafts benötigt, ist ein Spendermangel vergleichsweise selten. Ist die Reserve begrenzt, kann mit zurückhaltenderer Dichte geplant werden, und bei Bedarf lässt sich Unterstützung aus sekundären Arealen wie der Region unterhalb des Bartes prüfen. Ist das Spenderareal wirklich unzureichend, ist das Verschieben des Eingriffs der richtige Weg. Die Entscheidung hängt von der Beurteilung des Spenderareals in der Untersuchung ab.
Da sich die Gesichtsbehaarung bei Männern bis in ein späteres Alter weiterentwickelt, kann sich ein in jungen Jahren dünn erscheinender Schnurrbart in den folgenden Jahren von selbst füllen. Eine frühe Transplantation kann unnötig sein und im Verhältnis zu den ausreifenden Gesichtszügen unpassend wirken. Deshalb wird meist geraten, bis etwa zum 24. oder 25. Lebensjahr abzuwarten. Die endgültige Entscheidung beruht nicht auf dem Alter, sondern auf der Untersuchung.
Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung. Während der Betäubungsspritzen kann an der empfindlichen Oberlippe für wenige Minuten ein Brennen oder Ziehen spürbar sein; danach wird der Bereich taub. Während des Eingriffs sind die Schmerzen in der Regel minimal. Das leichte Ziehen danach lässt sich bei den meisten Patienten mit einfachen Schmerzmitteln gut beherrschen.
Je nach Graftzahl dauert der Eingriff meist zwei bis vier Stunden. Da er unter örtlicher Betäubung erfolgt und keine Nähte erfordert, können Sie am selben Tag nach Hause zurückkehren. Wichtig ist, dass Sie die Pflegehinweise Ihres Arztes für die erste Nacht und die folgenden Tage befolgen.
Beim modernen FUE-/DHI-Verfahren gibt es keine Schnitte und keine Nähte; im Spenderareal bleiben punktförmige Male zurück, die bei den meisten Patienten nicht sichtbar sein dürften. „Es bleiben überhaupt keine Narben“ zu sagen, wäre nicht korrekt, doch mit dem Auge erkennbare Male sind in der Regel nicht zu erwarten. Bei Keloidneigung ist das Narbenrisiko höher, und dies wird in der Untersuchung beurteilt.
Ja. Da die gesetzten Haare das eigene Nackenhaar der Person sind, wachsen sie im normalen Zyklus weiter. Sind die dauerhaften Haare ausgetreten, lassen sie sich wie ein natürlicher Schnurrbart kürzen, formen und bei Wunsch vollständig rasieren.
Die ersten dauerhaften Haare beginnen ab dem 2. bis 3. Monat auszutreten und werden im 4. bis 6. Monat deutlich dicker. Die endgültige Dichte und das Erscheinungsbild festigen sich meist zwischen dem 6. und 12. Monat. Dichte und Verdickung nehmen über diesen Zeitraum schrittweise zu. --- Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Diagnose und Behandlungsentscheidung. Ihre Eignung für eine Schnurrbarttransplantation, die Wahl der Technik und die Planung des Verlaufs können erst nach einer ärztlichen Untersuchung bestimmt werden.

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