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Vaginoplasty

30.03.2019 11.07.2026 Prof. Dr. Hayati AKBAŞ 13 Min. Lesezeit
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Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Autor
Prof. Dr. Hayati AKBAŞ
Plastik, Rekonstrüktif ve Estetik Cerrahi Uzmanı

Prof. Dr. Hayati AKBAŞ hat viele wissenschaftliche Studien, Artikel in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, und viele wissenschaftliche Studien werden auf na...

Für manche Frauen ist das Thema deutlich konkreter als eine reine Frage der Ästhetik. Nach der zweiten Geburt hält der Tampon nicht mehr richtig, beim Geschlechtsverkehr fehlt die frühere Fülle, beim Baden sammelt sich Wasser oder beim Gehen fällt ein Gefühl der Erschlaffung auf. Das sind Beschwerden, über die in Werbebroschüren nicht gesprochen wird, die im Sprechzimmer aber häufig zur Sprache kommen.

Die Vaginalplastik ist genau der chirurgische Eingriff, der zur Beurteilung solcher strukturellen Veränderungen infrage kommt. Nur sind die Informationen, die im Internet kursieren, oft entweder übertrieben oder lückenhaft. Auf dieser Seite haben wir versucht, den Eingriff so darzustellen, wie er ist: für wen er geeignet sein kann, für wen nicht, welche Techniken zum Einsatz kommen, wie die Heilung Woche für Woche voranschreitet und welche Risiken ehrlich benannt gehören.

Eines sei vorweg klargestellt: Keine der folgenden Angaben ersetzt eine ärztliche Untersuchung und eine auf Sie zugeschnittene Beurteilung. Anatomie, Geburtsverlauf und Erwartungen sind bei jeder Frau verschieden; entsprechend individuell muss auch die Entscheidung ausfallen.

Vajinoplasti

Was ist eine Vaginalplastik?

Die Vaginalplastik ist die chirurgische Straffung des Scheidenkanals und des ihn stützenden Muskel- und Bindegewebes. Umgangssprachlich wird sie als „Scheidenverengung“ bezeichnet. Ziel ist es, den erweiterten Kanaldurchmesser zu verringern und die erschlaffte Beckenbodenmuskulatur wieder anzunähern, um der Region strukturellen Halt zurückzugeben.

Während des Eingriffs wird überschüssiges Schleimhautgewebe an der hinteren Scheidenwand entfernt, die darunter auseinandergewichenen Muskelschichten – insbesondere die Muskelgruppe des Levator ani – werden in der Mittellinie wieder vereinigt und das erschlaffte Gewebe gerafft. Kurz gesagt geht es nicht allein darum, „Haut zu entfernen“; die eigentliche Arbeit liegt in der Rekonstruktion der tiefen Muskelschicht, die dem Kanal seinen Halt gibt.

An dieser Stelle lohnt eine Abgrenzung, die häufig verwechselt wird. Die Vaginalplastik betrifft das Innere, also den Kanal selbst. Der Eingriff, der Form und Größe der äußeren Lippenstruktur (innere und äußere Schamlippen) korrigiert, ist ein eigener Eingriff und trägt den Namen Labioplastik. Beide sind voneinander unabhängig, können bei Bedarf in derselben Sitzung kombiniert werden, sind aber nicht dasselbe.

Die Vaginalplastik befasst sich mit der Enge des Kanals, die Labioplastik mit dem äußeren Erscheinungsbild; beide sind Antworten auf unterschiedliche Fragestellungen.

Für wen kann der Eingriff geeignet sein?

Am häufigsten kommt die Vaginalplastik bei Frauen mit geburtsbedingter struktureller Erschlaffung zur Sprache. Besonders nach der Geburt eines großen Kindes, nach mehreren vaginalen Geburten oder nach einem großen Dammschnitt beziehungsweise einer Rissverletzung während der Geburt kann eine bleibende Erweiterung des Kanaldurchmessers auftreten.

Die folgenden Situationen sind typische Beschwerden, die eine ärztliche Abklärung sinnvoll machen:

  • ein nach der Geburt bemerktes Gefühl vaginaler Erschlaffung, das sich mit der Zeit nicht bessert
  • eine deutlich verminderte Reibung beziehungsweise ein nachlassendes Füllegefühl beim Geschlechtsverkehr
  • ein Tampon, der nicht an seinem Platz bleibt, oder das Gefühl, dass sich beim Baden Wasser in der Region sammelt
  • Komforteinbußen infolge einer geschwächten Beckenbodenmuskulatur

Ebenso deutlich gehört gesagt: Ein Teil dieser Beschwerden kann sich auch ohne Operation bessern – durch Beckenbodentraining (Kegel-Übungen), Physiotherapie oder die natürliche Rückbildung nach der Geburt. Ein chirurgischer Eingriff wird in der Regel dann erwogen, wenn diese Verfahren nicht ausreichen und eine strukturell ausgeprägte Erschlaffung vorliegt.

Die Zeit nach der Entbindung nimmt hier einen besonderen Platz ein. Unmittelbar nach einer vaginalen Geburt wirkt die Region ohnehin geschwollen und erschlafft; ein erheblicher Teil dieses Bildes bildet sich jedoch in den ersten Monaten von selbst zurück. Deshalb sollte die kurz nach der Geburt empfundene Erschlaffung nicht als bleibendes strukturelles Problem gedeutet werden. Die eigentliche Beurteilung erfolgt, nachdem das Gewebe zur Ruhe gekommen und die natürliche Rückbildung abgeschlossen ist. Eine übereilte Entscheidung kann sowohl zu einem unnötigen Eingriff als auch zu einer Fehlplanung führen.

Für wen ist der Eingriff nicht geeignet oder sollte verschoben werden?

Nicht jede Interessentin ist für diesen Eingriff geeignet. In manchen Fällen wird die Operation verschoben, in anderen gar nicht empfohlen:

  • Frauen mit Kinderwunsch: Eine erneute vaginale Geburt kann das gestraffte Gewebe wieder dehnen. Bei Frauen mit weiterem Kinderwunsch wird der Eingriff in der Regel auf die Zeit nach abgeschlossener Familienplanung verlegt.
  • Bestehende akute Infektion: Eine Harnwegs- oder Scheideninfektion muss vor dem Eingriff behandelt werden.
  • Unkontrollierte chronische Erkrankungen: Diabetes, Gerinnungsstörungen oder Zustände, die die Wundheilung beeinträchtigen, müssen zunächst stabilisiert werden.
  • Unrealistische Erwartungen: Zu bedenken ist, dass nicht jedes Problem im Sexualleben allein mit der Anatomie zusammenhängt; auch psychische und partnerschaftliche Faktoren spielen eine Rolle.
  • Zu kurz zurückliegende Geburt: Wie unten ausführlich beschrieben, ist bis zum Abschluss der Geweberückbildung eine bestimmte Wartezeit erforderlich.

Die einzige verlässliche Antwort auf die Frage der Eignung liefert die Untersuchung. Ohne anatomische Beurteilung, Geburtsanamnese und Beckenbodenuntersuchung lässt sich keiner Frau seriös sagen, der Eingriff sei „für Sie geeignet“ oder „für Sie nicht geeignet“.

Untersuchung und Planung

Die Beurteilung vor dem Eingriff bestimmt die Qualität des Ergebnisses ebenso sehr wie der Eingriff selbst. Im Erstgespräch hört die Ärztin oder der Arzt Ihre Geburtsanamnese, den Zeitpunkt, an dem Ihre Beschwerden begonnen haben, und Ihre Erwartungen. Anschließend werden im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung Kanaldurchmesser, Muskeltonus sowie mögliche Anzeichen einer Senkung (Prolaps) oder einer Harninkontinenz beurteilt.

In dieser Phase wird besonders auf einen Punkt geachtet: Liegt dem Erschlaffungsgefühl ein anderer Zustand zugrunde? Bei einer Frau mit Blasen- oder Gebärmuttersenkung (Zystozele, Rektozele) etwa genügt eine reine Verengung nicht; das eigentliche Problem muss unter Umständen zusätzlich angegangen werden. Deshalb ist die Entscheidung für eine Vaginalplastik mitunter kein einzelner Eingriff, sondern ein Planungsprozess, in dem mehrere Optionen gemeinsam abgewogen werden.

In der Planung werden in der Regel folgende Punkte besprochen:

  • die Wahl der Anästhesie (regional/spinal oder Vollnarkose)
  • ob der Eingriff mit einem anderen Eingriff – etwa an Brust oder Bauch – kombiniert wird
  • Blutuntersuchungen und notwendige Vorbereitungen vor dem Eingriff
  • die Planung eines Termins außerhalb Ihrer Menstruation
  • der Hinweis, dass Rauchen die Wundheilung negativ beeinflusst und nach Möglichkeit eingestellt werden sollte

Befinden Sie sich in der Zeit nach der Entbindung, wirken sich ein abgeschlossenes Stillen und ein eingependeltes Hormongleichgewicht günstig auf Gewebequalität und Heilung aus.

Das offene Gespräch über die Erwartungen ist vielleicht der kritischste Teil der Planung. Die eine Frau kommt mit einem ästhetischen Anliegen, die andere mit Komforteinbußen, wieder eine andere mit einer Erwartung an ihr Sexualleben. Diese Erwartungen müssen mit dem abgeglichen werden, was der Eingriff realistischerweise leisten kann und was nicht. Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, die Grenzen des Eingriffs ebenso klar zu benennen wie seine Möglichkeiten – denn Zufriedenheit beginnt meist mit einer gut informierten Erwartung.

Technische Optionen

Die Scheidenverengung ist nicht auf ein einziges Verfahren beschränkt. Welche Technik angewandt wird, richtet sich nach dem Grad der Erschlaffung, dem Vorliegen zusätzlicher Probleme und der ärztlichen Beurteilung. Nachfolgend haben wir die am häufigsten diskutierten Ansätze gegenübergestellt.

Technik Funktionsweise Meist geeignet bei Anästhesie Zu beachten
Klassische (konventionelle) Vaginalplastik Überschüssige Schleimhaut an der Hinterwand wird entfernt, die erschlafften Levatormuskeln werden in der Mittellinie vernäht und der Kanal so verengt mittelgradiger bis ausgeprägter struktureller Erschlaffung Spinal oder Vollnarkose Da eine Muskelrekonstruktion enthalten ist, kann die Heilung länger dauern
Chirurgie mit Beckenbodenrekonstruktion Ergänzend zur Verengung wird eine vorliegende Senkung (Zystozele/Rektozele) in derselben Sitzung mitversorgt Erschlaffung in Verbindung mit einer Organsenkung Spinal oder Vollnarkose Ein umfangreicherer Eingriff, der eine ausführliche Abklärung erfordert
Nicht-chirurgische Straffung mit Laser/Radiofrequenz Mittels Wärmeenergie werden eine Kollagenschrumpfung an der Schleimhautoberfläche und eine Zunahme des Gewebetonus angestrebt leichter Erschlaffung; Personen, die für eine Operation nicht geeignet sind oder keine wünschen In der Regel keine Anästhesie erforderlich Ersetzt bei ausgeprägter struktureller Erschlaffung nicht die Chirurgie; der Effekt ist begrenzter und meist sind wiederholte Sitzungen nötig

Die zentrale Botschaft dieser Tabelle lautet: Nicht-chirurgische Verfahren und Chirurgie sind nicht Lösungen für dasselbe Problem. Laser- oder Radiofrequenzanwendungen können den oberflächlichen Gewebetonus etwas verbessern, sie führen aber nicht die auseinandergewichenen Muskeln wieder zusammen. Bei ausgeprägter struktureller Erschlaffung liefert in der Regel die Chirurgie ein dauerhaftes Ergebnis; bei leichten Beschwerden lassen sich nicht-chirurgische Optionen erwägen. Was für Sie geeignet ist, klärt sich erst nach der Untersuchung.

Auch die Wahl der Technik bedeutet nicht einfach, sich für das „Neuere“ oder „weniger Invasive“ zu entscheiden. So überflüssig ein umfangreicher Eingriff bei einer leichten Erschlaffung ist, so unzureichend bleibt es, bei einer ausgeprägten Muskeltrennung auf eine oberflächliche Energieanwendung zu vertrauen. Die richtige Technik ist die, die zum Schweregrad des Problems passt. Diese Übereinstimmung zeigt allein die anatomische Beurteilung in der Untersuchung auf.

Der Tag des Eingriffs

Am Morgen der Operation werden Sie gebeten, nüchtern in die Klinik zu kommen. Die Art der Anästhesie ist im Vorfeld besprochen; die Vaginalplastik wird meist unter Spinal- (Regional-) oder Vollnarkose durchgeführt.

Der Eingriff selbst dauert je nach Umfang etwa 1 bis 2 Stunden. Die Chirurgin oder der Chirurg entfernt die überschüssige Schleimhaut an der hinteren Scheidenwand abgemessen, nähert die darunter erschlafften Muskelschichten in der Mittellinie an und näht sie und bringt den Kanal auf den gewünschten Durchmesser. Die verwendeten Nähte sind in der Regel selbstauflösend, das heißt in den meisten Fällen müssen Sie nicht zum Fädenziehen wiederkommen.

Am Ende des Eingriffs kann zur Kontrolle von Schwellung und Sickerblutung ein Tampon oder ein Verband eingelegt werden. Im Aufwachraum werden Sie eine Zeit lang beobachtet. Die meisten Patientinnen werden noch am selben Tag oder nach einer Nacht zur Beobachtung entlassen; diese Dauer hängt von der Vorliebe der Ärztin oder des Arztes und vom Umfang des Eingriffs ab.

Heilungsverlauf Woche für Woche

Die Heilung verläuft von Frau zu Frau unterschiedlich; der folgende Zeitplan ist ein allgemeiner Rahmen, kein fester Fahrplan. Ihr eigener Verlauf kann je nach Gewebebeschaffenheit, Umfang des Eingriffs und Ausmaß Ihrer Schonung abweichen.

Die ersten 48–72 Stunden. Die empfindlichste Phase. In der Region sind Schwellung, Spannungsgefühl und leichte bis mäßige Schmerzen zu erwarten; diese lassen sich in der Regel mit den von ärztlicher Seite empfohlenen Schmerzmitteln kontrollieren. Kühlung kann helfen, die Schwellung zu verringern. In diesen Tagen sollten Sie sich so weit wie möglich schonen.

1. Woche. Eine leichte, schmierblutungsartige Blutung oder ein Ausfluss kann anhalten. Langes Sitzen, das Heben von Lasten und anstrengende Bewegungen sind zu vermeiden. Die Region nach dem Toilettengang von vorne nach hinten sauber zu halten, senkt das Infektionsrisiko. Viele Patientinnen können am Ende dieser Woche zu leichten Bürotätigkeiten zurückkehren; das hängt jedoch ganz von der Art der Tätigkeit und dem Tempo Ihrer Heilung ab.

2.–3. Woche. Die Schwellung nimmt merklich ab, der Alltagskomfort steigt. Leichte Aktivitäten wie Spaziergänge lassen sich schrittweise steigern. Anstrengender Sport, Schwimmen und Vollbäder werden in dieser Phase weiterhin nicht empfohlen. Die Nähte beginnen sich von selbst aufzulösen.

4.–6. Woche. Die Gewebeheilung ist weit fortgeschritten. Die Rückkehr zum Sexualleben wird in der Regel in diesem Zeitraum, aber erst nach ärztlicher Freigabe erwogen. Eine zu frühe Rückkehr kann die heilende Nahtlinie belasten und zu einem Aufreißen oder zu Schmerzen führen; deshalb ist die Kontrolluntersuchung wichtig.

2.–3. Monat und danach. Das Gewebe schließt seine vollständige Ausreifung in einem Prozess ab, der bis zu einigen Monaten dauern kann. Das endgültige Ergebnis und das Empfinden klären sich, während diese Ausreifung voranschreitet.

Einige praktische Gewohnheiten erleichtern die Heilung. Viel zu trinken und ballaststoffreich zu essen beugt Verstopfung vor und verringert so den Druck auf die Nahtlinie; das ist in den ersten Wochen wichtiger, als man erwartet. Atmungsaktive Baumwollunterwäsche zu bevorzugen und die Region trocken zu halten, senkt das Infektionsrisiko. Schmerzmittel und, falls vorhanden, Antibiotika sollten ausschließlich nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden; nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust hinzu. Bemerken Sie Anzeichen wie Fieber, zunehmende Schmerzen, übelriechenden Ausfluss oder eine unerwartete Blutung, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ohne den Kontrolltermin abzuwarten.

Die geplanten Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen, ist entscheidend dafür, ein mögliches Problem frühzeitig zu erkennen.

Risiken und Komplikationen

Jeder chirurgische Eingriff birgt Risiken, und die Vaginalplastik bildet da keine Ausnahme. Unser Ziel ist nicht, Angst zu machen, sondern Ihnen eine bewusste Entscheidung zu ermöglichen. Die meisten der folgenden Situationen treten selten auf und lassen sich mit angemessener Nachsorge beherrschen; dennoch sollte man um ihr Vorhandensein wissen.

  • Infektion: Aufgrund der Beschaffenheit der Region lässt sich ein Infektionsrisiko nicht ausschließen; die Hygieneregeln einzuhalten und bei Bedarf die verordnete Behandlung anzuwenden, ist wichtig.
  • Blutung und Hämatom: Nach dem Eingriff kann es zu einer stärkeren Blutung als erwartet oder zu einer Blutansammlung im Gewebe kommen.
  • Schwellung und Blutergüsse: In den ersten Tagen zu erwarten, bilden sie sich mit der Zeit zurück.
  • Aufreißen der Nahtlinie: Frühe Belastung, das Heben schwerer Lasten oder zu früher Geschlechtsverkehr können die Nahtlinie öffnen.
  • Verzögerte Wundheilung: Insbesondere bei Raucherinnen und bei bestimmten chronischen Erkrankungen kann sich die Heilung verlängern.
  • Schmerzhafter Geschlechtsverkehr (Dyspareunie): Infolge einer zu starken Verengung oder des Heilungsverlaufs kann ein vorübergehender oder selten auch länger anhaltender Schmerz auftreten.
  • Empfindungsveränderungen: In der Region kann es zu einer vorübergehenden Empfindungsminderung oder zu einer veränderten Empfindlichkeit kommen; meist bessert sich das mit der Heilung.
  • Ergebnis anders als erwartet: Ergebnisse wie eine unzureichende oder eine zu starke Verengung, die eine Korrektur erfordern können, sind möglich.
  • Anästhesiebedingte Risiken: Voll- oder Regionalanästhesie bringen eigene Risiken mit sich, die in der Voruntersuchung besprochen werden.

In welchem Maß diese Risiken auf Sie zutreffen, hängt von Ihrem Alter, Ihrem Gesundheitszustand, Ihrer Gewebebeschaffenheit und vom Umfang des Eingriffs ab. Der wichtigste Weg, die Risiken zu minimieren, besteht darin, die ärztlichen Empfehlungen genau zu befolgen und sich in der Heilungsphase nicht zu überfordern.

Haltbarkeit und Langzeitverlauf

Eine häufige Frage, die eine ehrliche Antwort verdient: Ist das Ergebnis dauerhaft?

Das Ergebnis der Vaginalplastik ist bei den meisten Patientinnen langlebig, weil der Eingriff nicht nur das oberflächliche Gewebe, sondern auch den darunterliegenden Muskelhalt rekonstruiert. Zugleich sollte man das Wort „dauerhaft“ nicht als absolute Garantie verstehen. Das Gewebe verändert sich mit dem Alter naturgemäß weiter; hormonelle Veränderungen nach der Menopause und insbesondere eine erneute vaginale Geburt nach dem Eingriff können die erreichte Enge wieder beeinflussen.

Für den Erhalt des Ergebnisses auf lange Sicht sind daher zwei Dinge entscheidend: Ihre Familienplanung und die Sorgfalt, die Sie dem Heilungsverlauf entgegenbringen. Bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung, die sich an die Regeln nach dem Eingriff gehalten haben, bleibt das Ergebnis in der Regel über Jahre erhalten. Dennoch ist jeder Körper anders, und die individuellen Ergebnisse variieren.

Eine weitere Möglichkeit, den langfristigen Komfort zu unterstützen, ist – unabhängig vom Eingriff – das Training der Beckenbodenmuskulatur. Regelmäßige Kegel-Übungen können helfen, den Halt des rekonstruierten Gewebes stabil zu halten. Verstehen Sie das nicht als Pflicht, sondern als eine Gewohnheit, die Sie nach abgeschlossener Heilung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können. Kurz gesagt formt sich das Ergebnis nicht nur auf dem Operationstisch, sondern auch durch die Nachsorge und die Lebensweise in den folgenden Monaten.

Häufig gestellte Fragen zu Vaginoplasty

Die Vaginalplastik verengt das Innere des Kanals; sie zielt auf die Erschlaffung und den strukturellen Halt. Die Labioplastik korrigiert Größe und Form der äußeren und inneren Schamlippen. Beide Eingriffe richten sich auf unterschiedliche Probleme und können bei Bedarf auch kombiniert durchgeführt werden.
Ziel des Eingriffs ist es, das durch die Erschlaffung verminderte Füllegefühl wiederherzustellen; nach abgeschlossener Heilung kann sich in diesem Bereich eine Besserung zeigen. Das Empfinden hängt jedoch neben der Anatomie auch von psychischen und partnerschaftlichen Faktoren ab; deshalb fällt das Ergebnis von Frau zu Frau unterschiedlich aus und lässt sich nicht absolut versprechen.
Bei den meisten Patientinnen ist das Ergebnis langlebig. Dennoch können eine erneute vaginale Geburt oder alters- beziehungsweise menopausebedingte Gewebeveränderungen die Enge mit der Zeit beeinflussen. Deshalb wird der Eingriff bei Frauen mit Kinderwunsch in der Regel auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.
Die Rückkehr zu leichten Bürotätigkeiten ist bei den meisten Frauen etwa innerhalb einer Woche möglich. Bei Tätigkeiten, die Stehen oder das Heben von Lasten erfordern, ist dieser Zeitraum länger. Die genaue Dauer richtet sich nach der Art der Tätigkeit und Ihrem Heilungstempo; das sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt klären.
Die Vaginalplastik ist für sich genommen keine Behandlung der Harninkontinenz. Harninkontinenz ist ein eigenständiges Beckenbodenproblem und erfordert eine eigene Abklärung. In manchen Fällen kann sie zusammen mit einer zusätzlichen Rekonstruktion angegangen werden; das lässt sich nur durch eine Untersuchung feststellen.
Damit sich das Gewebe zurückbildet, die Schwellung abklingt und das Hormongleichgewicht einpendelt, wird in der Regel eine Wartezeit von einigen Monaten nach der Geburt und dem Abschluss des Stillens empfohlen. Die meisten Ärztinnen und Ärzte bevorzugen eine Wartezeit von mindestens 6 Monaten bis zu 1 Jahr. Die genaue Dauer ist individuell verschieden.
Nicht-chirurgische Verfahren wie Laser und Radiofrequenz können mit Wärmeenergie den oberflächlichen Gewebetonus etwas verbessern und kommen bei leichten Beschwerden infrage. Bei ausgeprägter struktureller Erschlaffung müssen die auseinandergewichenen Muskeln wieder vereinigt werden, was in der Regel nur die Chirurgie leistet. Beide Verfahren sind nicht die Lösung für dasselbe Problem.
In den ersten Tagen sind leichte bis mäßige Schmerzen und ein Spannungsgefühl zu erwarten; das lässt sich in der Regel mit verordneten Schmerzmitteln kontrollieren. Die Schmerzintensität ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Kommt es zu stärkeren oder zunehmenden Schmerzen als erwartet, sollten Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden.
Beim Eingriff werden meist selbstauflösende Nähte verwendet, weshalb Sie in der Regel nicht gesondert zum Fädenziehen kommen müssen. Die Nähte lösen sich innerhalb einiger Wochen von selbst auf.
Da die Nähte im Inneren der Scheide gesetzt werden, ist die Region von außen nicht sichtbar. Dennoch verläuft die Gewebeheilung wie bei jedem Eingriff individuell; eine absolute Aussage wie „es bleiben gar keine Narben“ wäre nicht seriös. Wie Ihre Heilung verläuft, wird bei den Kontrolluntersuchungen beurteilt.
Leichte Spaziergänge lassen sich in den ersten Wochen schrittweise steigern; anstrengender Sport, Laufen und Bewegungen, die Bauch und Becken belasten, werden in der Regel um 4 bis 6 Wochen aufgeschoben. Den genauen Zeitpunkt nennt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand Ihres Heilungsverlaufs.

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